Initiative der italienischen Modekammer

Schutzschirm für Designtalente

CNMI
Hilfsaktion der Modekammer: "Die Zukunft hängt vom Nachwuchs ab."
Hilfsaktion der Modekammer: "Die Zukunft hängt vom Nachwuchs ab."

Die Covid-19-Pandemie ist eine existenzielle Gefahr für Nachwuchsdesigner. Die italienische Modekammer und LVMH setzen Hilfsfonds auf. Zudem veranstalten sie Online-Seminare mit Experten, die den Weg durch die Krise weisen sollen.

Die italienische Modekammer und LVMH springen jungen Designern in Zeiten der Covid-19-Pandemie bei. Die Camera Nazionale della Moda Italiana (CNMI), die die Mailänder Fashion-Week veranstaltet, und der weltgrößte Luxuskonzern haben unabhängig voneinander Solidaritätsfonds aufgelegt, die Nachwuchstalenten zugutekommen sollen.


Carlo Capasa
CNMI
Carlo Capasa
CNMI hat die Initiative #TogetherForTomorrow getauft. Die Kammer hat dazu einen Spendenaufruf gestartet. Das Geld geht an den bereits bestehenden Camera Moda Fashion Trust, der die Summen an ausgewählte Designer und Labels ausschüttet. Zudem organisiert CNMI für die Modeschaffenden Online-Seminare mit Experten.

„Die Zukunft hängt von der Jugend ab“, sagte CNMI-Präsident Carlo Capasa. „Mit der Initiative stemmen wir uns gegen die Schwierigkeiten, die aufgrund der Covid-19-Pandemie entstanden sind.“ Der jungen Designergeneration müsse geholfen werden, sagte Sara Sozzani Maino, CNMI-Botschafterin und stellvertretende Chefredakteurin der italienischen Vogue. „Wenn wir nichts tun, laufen wir Gefahr, die Talente in wenigen Monaten zu verlieren.“

Der Luxuskonzern LVMH hat den Wettbewerb für den besten Nachwuchsdesigner abgesagt. Er war auf den 5. Juni angesetzt. Statt einen Hauptpreis von 300.000 Euro auszubezahlen, werden die acht Finalisten jeweils mit 40.000 Euro bedacht. Dabei handelt es sich dieses Jahr um Priya Ahluwalia mit ihrem Label Ahluwalia, Charaf Tajer mit seinem Label Casablanca, Emma Chopova und Laura Lowena mit ihrem Label Chopova Lowena, Nicholas Daley, Peter Do, Sindiso Khumalo sowie Supriya Lele und Tomotoka Koizumi mit ihrem Label Tomo Koizumi.

Der Karl Lagerfeld-Preis, bei dem gewöhnlich 150.000 Euro verliehen werden, wird in einen Solidaritätsfonds umgewandelt. Das Geld kommt den Kandidaten zugute. Darunter befinden sich Labels wie Jacquemus, Marine Serre und Grace Wales Bonner. Wie der Fonds genau funktioniert, werde zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben, teilte LVMH mit.

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