Interne Untersuchung eingeleitet

Zalando stellt sich Rassismus-Vorwürfen

Duldet Zalando Diskriminierung? Mitten in einer der größten Rassismus-Debatten der jüngsten Zeit muss sich Zalando Vorwürfen ehemaliger Mitarbeiter stellen, das Unternehmen habe Fremdenfeindlichkeit gebilligt.

Was bisher geschah

Der Online-Retailer hat anlässlich des Mordes an George Floyd in den USA ein schwarzes Quadrat auf Instagram gepostet. Damit wollte Zalando ein Zeichen gegen Rassismus setzen − so wie es Millionen Menschen und zahlreiche Unternehmen getan haben.

Zeichen gegen Rassismus

Ein ehemaliger Mitarbeiter Zalandos, Fernando Torres, nahm den Post zum Anlass, seine Erfahrungen mit Fremdenfeindlichkeit bei Zalando öffentlich zu machen und wirft dem Unternehmen vor, scheinheilig zu sein und Rassismus zu dulden.

Rassismus-Vorwurf gegen Zalando

Torres war zwischen Mai und August 2018 als Stylist für die Berliner tätig. Er erhebt schwere Vorwürfe: So sei ihm mehrmals verweigert worden, Models of Colour zu buchen. "Eine Bookerin hat mir gesagt, dass viel zu viele Schwarze auf der Seite sind. Die Bookerin ist in den gesamten Studios bekannt für ihre rassistischen Aussagen. Auch der Studio-Führung ist das alles bekannt", sagte Torres gegenüber Business Insider. Er und seine Kollegen hätten sich mehrfach bei der Personalabteilung beschwert − ohne Konsequenz. Die Bookerin sei bis heute bei Zalando angestellt und für die Auswahl von Models zuständig, so Torres. Auch andere Zalando-Mitarbeiter seien regelmäßig mit geschmacklosen bis offen rassistischen Witzen und Kommentaren über Menschen anderer Hautfarbe aufgefallen.

So reagiert Zalando

Zalando kommentierte Torres Instagram-Post: "Die Umstände, die Sie beschreiben, sind inakzeptabel. Der Ethik-Kodex von Zalando legt klare Erwartungen an das professionelle, ethische und verantwortungsbewusste Verhalten aller Mitarbeiter fest. Wir nehmen das, was Sie gesagt haben, sehr ernst, und können bestätigen, dass wir eine interne Untersuchung zu den Vorwürfen eingeleitet haben. Wir werden angemessene Maßnahmen ergreifen."

Nach Torres Post meldeten sich weitere Ex-Mitarbeiter zu Wort, ebenso fordern User Zalando auf, offenzulegen, wie viele schwarze Mitarbeiter das Unternehmen beschäftigt, was Zalando für mehr Inklusion tun will und in welchem Maße an Anti-Rassismus-Initiativen Geld gespendet wird.


Die TextilWirtschaft hat Zalando um Stellungnahme gebeten. "Diskriminierung wird bei Zalando nicht toleriert. Wir nehmen jeden gemeldeten Fall sehr ernst", sagt eine Unternehmenssprecherin. "Im Fall von Fernando Torres haben wir unmittelbar eine interne Untersuchung eingeleitet, nachdem wir über seinen Instagram-Post auf die Vorwürfe aufmerksam gemacht wurden. Wir haben Herrn Torres eingeladen, zur weiteren Sachverhaltsaufklärung Kontakt mit uns aufzunehmen. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen, daher können wir hierzu momentan keine weiteren Aussagen treffen."

Zalando publizierte zudem eine umfassende Erklärung auf der Unternehmenswebsite: "Rassismus hat bei Zalando keinen Platz. Wir wollen, dass sich alle Menschen gleichermaßen geschätzt, gehört und befähigt fühlen. Wir sind stolz darauf, ein internationales und diverses Team zu sein, in dem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus über 130 Nationen und mit unterschiedlichstem Hintergrund, sei es Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit oder sexuelle Orientierung, zusammenarbeiten."

Neue Strategie: Zalando lanciert Kampagne mit dem Claim "free to be"

Zalando lege Wert auf inklusive Marketingkampagnen und ein vielfältiges Team aus Models auf der Website. "70% der Models, mit denen wir regelmäßig zusammenarbeiten, haben einen diversen Hintergrund." Und abschließend: "Wir sind uns darüber bewusst, dass wir uns mit unseren Bemühungen um Vielfalt und Integration auf einer Reise befinden − und noch nicht am Ziel angekommen sind."


Andere Unternehmen posten derweil proaktiv auf Instagram, wie sie die #BlackLivesMatter-Bewegung unterstützen wollen. So will Adidas neben Spenden intern für mehr Diversity sorgen. In den USA soll eine Quote eingeführt werden. Mindestens 30% aller neuen Jobs in Amerika bei Adidas und Reebok sollen an Afroamerikaner und Latinos vergeben werden, teilt das Unternehmen mit.

Paul Smith versichert gegenüber der Community, den Recruiting-Prozess mit Blick auf Diversity zu überprüfen. Ebenso die Auswahl von Produzenten, Models, Stylisten und Fotografen bei Shootings und Kampagnen.

Paul Smith stellt Recruiting auf den Prüfstand

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In recent days, there has been a great deal of introspection within Paul Smith prompted by the protests that began in the US last week that have since developed globally. I am committed to ensuring the business that I lead follows the principles of the Black Lives Matter movement. When I first moved from Nottingham to London in the Sixties it was the vibrancy of the diverse community in Notting Hill that inspired me to start a life and career in the city which has become my home. In the decades since, I have strived to be representative of my diverse customer base, the countries I have had the privilege of travelling to and the whole host of people and friends who inspire me. As long as I am at the helm of this company I make a firm commitment to this remaining so. But we can do better. In order to do this, we will listen closely to the feedback of our customers and staff worldwide without whom we would not be here today. We will review our hiring process and the diversity of our workforce. Subject to what we learn, we will improve our practices as soon as possible. We will conduct an assessment of all photoshoots to ensure we are representative in all that we do in front of and behind the camera. When my Foundation launches later this year, a key part of our efforts will be to nurture and engage young people from the black community who are looking to find opportunities in the creative industries. Thank you, Paul

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Michael Kors, der Gründer aus seinem Privatvermögen sowie die Muttergesellschaft Capri, spenden an den NAACP Legal Defense and Education Fund, Amerikas führende Organisation, die sich für Rassengerechtigkeit einsetzt. Darüber hinaus will das Unternehmen gemeinsam mit dem Global Diversity and Inclusion Council an Initiativen zur Förderung der Gleichstellung der Mitarbeiter arbeiten. "Wir verpflichten uns, zuzuhören, zu lernen und die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um nachhaltige positive Veränderungen für die Black Community zu erreichen."

Michael Kors sagt umfassende Unterstützung zu

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We continue to express our deep sadness over the unjust and tragic death of George Floyd and countless victims that have come before him. The systemic discrimination that has led us to this point is deplorable and untenable. Our heartfelt sympathies are with the families and communities that are grieving. Our company does not condone racism, discrimination or violence of any kind. We stand in solidarity with the Black community to work towards ending racial prejudice and injustice. As an organization and as individuals, we have an opportunity to positively impact the future. We are continuing to work diligently with our Global Diversity and Inclusion Council on initiatives to foster greater equality for our employees and the communities that we serve. We are committed to listening, learning and taking the necessary actions to support long-term positive change for the Black community. Michael Kors, together with our parent company Capri Holdings, is donating to the @NAACP Legal Defense and Education Fund, America’s premier legal organization fighting for racial justice. Our founder, Mr. Michael Kors, will also be making a personal donation to support this organization. Additionally, we intend to contribute to other social justice, legal and educational organizations to support diversity and inclusion in the future. We look forward to updating you on our progress.

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