Italien in der Coronavirus-Krise

Italien macht wieder auf: Fabriken am 4. Mai, Läden am 18. Mai

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Premierminister Giuseppe Conte stimmt Italien auch eine Phase der Lockerungen ein: „Das wird eine sehr komplexe Aufgabe.“
Premierminister Giuseppe Conte stimmt Italien auch eine Phase der Lockerungen ein: „Das wird eine sehr komplexe Aufgabe.“

Italien lockert die Covid-19-Bestimmungen. Allerdings lässt die Regierung große Vorsicht walten. Als erstes nehmen die Fabriken wieder den Betrieb auf. Der Einzelhandel muss sich noch gedulden.

Italien leitet den Ausstieg aus den Covid-19-Restriktionen ein. Ab dem 4. Mai lockert die Regierung von Premierminister Giuseppe Conte im Zweiwochentakt schrittweise die Auflagen für die Unternehmen und die Bürger. „Das wird eine sehr komplexe Aufgabe“, sagte Conte am Sonntagabend in einer Fernsehansprache. „Wir werden mit dem Virus leben müssen.“


Den Anfang machen am 4. Mai die Fabriken, die Baustellen sowie der Großhandel. Der Einzelhandel folgt am 18. Mai. Restaurants und Bars dürfen ab dem 1. Juni wieder eröffnen. Dabei hat die Regierung für die Firmen, die Baubranche und den öffentlichen Nahverkehr jeweils Protokolle für die Sicherheit und Gesundheit definiert. Sie regeln im Detail, was erlaubt ist und was nicht. Grundsätztlich sind alle angehalten, dafür zu sorgen, dass die Distanz gewahrt wird und sich keine Menschenmengen bilden.

Der schrittweise Exit aus den Covid-19-Auflagen erfolgt nach rund zwei Monaten und damit vergleichsweise spät. Italien war das erste Land in Europa, das einen kompletten Shutdown verhängte. Während andere Länder wie Deutschland und Österreich bereits vorsichtig zum Alltag zurückkehren, herrscht in Italien nach wie vor eine Ausnahmesituation.

Unter strengen Auflagen wieder geöffnet: Das Artlab von Gucci in Florenz.
Gucci
Unter strengen Auflagen wieder geöffnet: Das Artlab von Gucci in Florenz.
Nach wie vor steht das Gesundheitssystem Italiens unter erheblichem Stress. Stand 26. April waren laut dem italienischen Zivilschutz knapp 198.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Mehr als 26.600 Menschen sind an den Folgen von Covid-19 gestorben. Besonders stark betroffen ist die Lombardei, allen voran Bergamo und Brescia. Auch die Lage in Mailand bleibt kritisch.

In der Mode haben die ersten Firmen bereits wieder einen Teil ihrer Aktivität aufgenommen. Das beschränkt sich in erster Linie auf die Ateliers, in denen Prototype entworfen werden. Dazu gehören das Artlab von Gucci in Scandicci bei Florenz. Die Luxusmarke Valentino legt in dieser Woche in den Regionen Piemont, Toskana und in Venetien wieder los.

Sowohl Gucci als auch Valentino halten nach eigenen Angaben rigorose Auflagen ein. Am Eingang wird Fieber gemessen. Alle Mitarbeiter müssen Schutzmasken und Handschuhe tragen. Um die Distanz zu wahren, wird die Zahl der Mitarbeiter, die sich gleichzeitig im Atelier oder in der Fabrik aufhalten, verringert. Dementsprechend gilt ab sofort Schichtdienst.

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