Jahresbilanz der Sport- und Fashion-Marke

Bogner: 40 Mio. Euro weniger Umsatz, Ergebnis wächst deutlich

Imago / Michael Gstettenbauer
Luxus-Lage: Bogner an der Düsseldorfer Königsallee
Luxus-Lage: Bogner an der Düsseldorfer Königsallee

Bogner hat das Geschäftsjahr 2020/21 (31. März) mit einem Umsatz von 122,5 Mio. Euro abgeschlossen. Damit erlösten die Münchner rund ein Viertel weniger als im Vorjahr, als noch ein Umsatz von 163 Mio. Euro erzielt wurde. Allerdings liege man damit "deutlich über Plan", so das Management der Sport- und Mode-Marke.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug zum Ende der zwölf Monate 7,3 Mio. Euro. Im Vorjahr waren 3 Mio. Euro erzielt worden. Zu der kräftigen Steigerung habe der Verkauf des Firmensitzes in München maßgeblich beigetragen, teilt das Unternehmen mit. Das Objekt ging an den Immobilienentwickler UBM Development AG.


Im Juli 2020 hatte Bogner ein umfassendes Umbau- und Sparprogramm vorgestellt,  das  bereits vor Ausbruch der Corona-Pandemie initiiert worden war. Das Unternehmen soll durch das sogenannte Performance-Programm "schneller, flexibler und ertragsstärker" gemacht werden. Teil des Konzepts ist nicht nur der Verkauf des Firmensitzes, der 55 Mio. Euro einbrachte, sondern unter anderem auch ein Stellenabbau.

Im Zuge der Umstrukturierung hatten die Münchner auch ein Finanzierungspaket mit den Banken ausgehandelt. Dies habe Bogner nun genutzt, um das Programm 2020/21 trotz der Corona-Krise konsequent voranzutreiben, teilt das Unternehmen mit. So seien der geplante Stellenabbau und die Auslagerung des Logistikzentrums in die Wege geleitet worden. Angekündigt hatte Bogner damals, dass 150 der insgesamt 800 Arbeitsplätze wegfallen werden. Auf Nachfrage erklärt das Unternehmen nun, dass es derzeit rund 700 Mitarbeiter beschäftigt. Ein großer Teil des Stellenabbaus seit somit bereits erfolgt. "Das ist ein harter, aber leider für die Zukunftsfähigkeit notwendiger Schritt, den das Unternehmen so sozialverträglich wie möglich vollzieht."

Durch die Erlöse aus dem Immobilienverkauf habe Bogner neuen Spielraum für Investitionen – unter anderem in die Digitalisierung – und den Schuldenabbau erlangt. "Wir restrukturieren das Unternehmen und haben Kredite zurückgeführt. Gleichzeitig haben wir einen zweistelligen Millionenbetrag in Performance-Verbesserung, Internationalisierung und Digitalisierung investiert", erklärt Gerrit Schneider, Co-CEO von Bogner.

Das Engagement bei der Digitalisierung zeige bereits Wirkung. Der eigene Online-Shop habe im Berichtszeitraum ein Umsatzplus von 30% erzielt. Er stehe mittlerweile für 20% der Erlöse. Die Einbrüche im stationären Geschäft durch die Geschäftsschließungen aufgrund der Corona-Pandemie seien damit zwar abgefedert, allerdings nicht ausgeglichen worden.

Auch Investitionen in neue Konzepte wie Pop-up-Stores und die Erweiterung der Produktrange um Kapsel-Kollektionen sowie Kooperationen, beispielsweise mit Designern, zeigten Wirkung. Potenzial für internationales Wachstum sieht das Unternehmen unter anderem in China. "Wenn wir den chinesischen Markt entwickeln, werden wir eine nachhaltige und langfristige Strategie verfolgen und dort Stores eröffnen", hatte Co-CEO Heinz Hackl Anfang des Jahres in einem Gespräch mit der TW erklärt. Aber auch in den Märkten Russland und USA sei Bogner "bereits sehr gut positioniert", teilt das Management zur Vorlage der Jahreszahlen mit.

Für 2021/22 plant das Unternehmen, die Absatzkanäle weiter auf das Digitalgeschäft und den Wholesale zu fokussieren, "um durch die Pandemie verstärkte Entwicklungen im  Kundenverhalten zu nutzen", wie es heißt. Zudem sollen die USA und China im B2B-Geschäft überproportional wachsen. "Für die Wachstumsstrategie in China ist geplant, die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking als Katalysator zu nutzen, um den Markteintritt von Bogner voranzutreiben". Die Kollektion ist dort im Luxus-Genre angesiedelt. Auf Augenhöhe mit Prada Sports, Fendi Sport und Moncler.

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