US-Modekonzern legt Jahresbilanz vor

Gap: Rote Zahlen im vierten Quartal

Ulrike Howe
Gap-Store in New York
Gap-Store in New York

Der US-Modekonzern Gap Inc hat ein herausforderndes Geschäftsjahr 2019/20 (1.2.) hinter sich. Das Unternehmen mit Hauptsitz in San Francisco ist im vierten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Wurde im Vorjahreszeitraum noch ein Nettogewinn 276 Mio. USD (246 Mio. Euro) erzielt, so steht aktuell ein Verlust von 184 Mio. USD in der Bilanz.

Im kompletten Geschäftsjahr verbuchte der Gap-Konzern einen Gewinn von 351 Mio. USD. Das sind allerdings fast zwei Drittel weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Umsatz ging im Geschäftsjahr aber nur leicht – nämlich um 1% auf 16,38 Mrd. Dollar (14,6 Mrd. Euro) – zurück. Positiv hat sich die Konzernmarke Athleta entwickelt, während alle anderen Linien weniger Umsatz als im Vorjahreszeitraum erzielten. So gingen die Umsätze der Hauptmarke Gap um 7% zurück und die von Old Navy sowie Banana Republic um 2%.


Das Marktumfeld sei derzeit sehr herausfordernd, sagte der interimistisch eingesetzte CEO Bob Fisher. Und die Ausbreitung des Coronavirus bringe eine Zeit der Unsicherheit. Ungewiss seien beispielsweise die Auswirkungen des Virus auf die Lieferkette des Konzerns und auf die Kundenfrequenz, sagte Sonia Syngal, die ab 23. März neue Konzernchefin von Gap Inc. sein wird. Derzeit sei es aufgrund der Virus-Ausbreitung nicht möglich, „eine vernünftige Prognose abzugeben“. Schätzungsweise seien 100 Mio. USD weniger beim Umsatz im ersten Quartal durch die Corona-Auswirkungen in Asien und Europa einzuplanen. Die Schätzungen könnten sich aber jederzeit ändern, wenn es zu einer deutlichen Verschlechterung des gegenwärtigen Trends komme.

Im vierten Quartal ging es für Gap allerdings bergauf. Der Konzern konnte die Erlöse um 1% auf 4,67 Mrd. USD steigern. In den letzten drei Monaten habe sich die Entwicklung stabilisiert, so Fisher. Dies sei auf die Verbesserung der Geschäftslage der Konzernmarke Old Navy zurückzuführen.

Wie das Unternehmen außerdem mitteilt, wird Katrina O'Connell, die bisher Chief Financial Officer von Old Navy war, zum CFO des Konzerns ernannt. Sie tritt die Nachfolge von Teri List-Stoll an, die seit Januar 2017 Finanzchefin war. List-Stoll soll aber noch mehrere Monate im Unternehmen bleiben, um für eine reibungslose Übergabe zu sorgen.


Für den Ende vergangenen Jahres ausgeschiedenen Konzernchef Art Peck hat Gap bereits eine Nachfolgerin gefunden. Das Unternehmen hatte Anfang März verkündet, dass die bisherige Old Navy-CEO Sonia Syngal Konzernchefin wird. Die Marke Old Navy wird ab 23. März von Nancy Green verantwortet, teilte Gap Inc nun mit. Außerdem ist Mark Breitbard zum Verantwortlichen für den Bereich Specialty Brands sowie für das Asien-Geschäft und das Franchise-Geschäft berufen worden.

Der Konzern befindet sich derzeit in der Umstrukturierung – nicht nur personell. So hatte Gap beispielsweise Ende Januar angekündigt, dass weitere 40 Läden geschlossen werden müssen. Ein Jahr zuvor hatte das Unternehmen bereits gemeldet, dass es sich innerhalb von zwei Jahren von rund 230 Stores trennen wird. Die geplante Abspaltung der Konzernmarke Old Navy hatte Gap im Januar allerdings wieder abgesagt. Insgesamt umfasste das Filialnetz zum Ende des jetzt abgeschlossenen Geschäftsjahres 3919 Läden.

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