Kampf gegen Markenfälscher

Versace macht mobil gegen Internetbetrüger

Martin Veit
Versace-Schau im Juni 2019 in Mailand
Versace-Schau im Juni 2019 in Mailand

Die Luxusindustrie durchlebt wegen Covid-19 eines der schwersten Jahre ihrer Geschichte. Das hält die Brands aber nicht davon ab, gegen Fakes vorzugehen. Versace knöpft sich ein Dutzend Online-Shops vor, die Fälschungen verkaufen, und hat sie in Florida verklagt.

Trotz der Covid-19-Pandemie haben die Luxusmarken Produktfälscher weiterhin im Visier. Bestes Beispiel ist Versace. Die Luxusmarke, die zur der Capri-Gruppe um Michael Kors und Jimmy Choo gehört, macht mobil gegen Online-Shops, die minderwertige Versace Fakes verkaufen.


Mailand Fashion Week: Versace H/W 2020/21

Dazu hat die Luxusmarke Klage im US-Bundesstaat Florida eingereicht. Rund einem Dutzend Internetverkäufern, die in der Klageschrift nur mit ihrem Domainnamen aufgeführt werden, wirft sie vor, missbräuchlich den Namen Versace und das Greca-Muster zu verwenden.

Versace fordert, dass die vermeintlichen Fälscher den unrechtmäßigen Gewinn zurückgeben und Schadenersatz leisten. Als Richtgröße nennt die Luxusmarke eine Strafzahlung von 2 Mio. Dollar für jede eingetragene Marke und für jedes verkaufte Produkt. Über die Klage berichtete zuerst die Internetseite The Fashion Law, die auf Rechtsfragen in der Mode spezialisiert ist.

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Nach dem Verkauf an die Capri-Gruppe hat sich Versace das Ziel gesetzt, insbesondere in Nordamerika und Asien zu wachsen. Dementsprechend investiert das Top-Management um CEO Jonathan Akeroyd große Summen, um die Marke in den USA gut zu positionieren. Mittelfristig peilt Versace einen Umsatz von insgesamt 2 Mrd. Dollar an. Das ist, grob gerechnet, doppelt so viel wie jetzt.

Mailand Fashion Week: Versace F/S 2020

Allerdings dürfte es wegen Covid-19 länger dauern, bis die Capri-Gruppe und Versace die Ziele erreichen. Der US-Konzern ist durch die Krise hart getroffen. Um sich für das Schlimmste zu wappnen, reizt die Capri-Gruppe die Kreditlinien aus und achtet kräftig auf Liquidität. Stand Ende März hatte die Gruppe insgesamt 800 Mio. Dollar in der Kasse. Über den Schaden, den die Pandemie anrichtet, wird Capri anlässlich der Präsentation des Jahresergebnisses Auskunft geben.

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