Kein Versand während der Coronakrise

Online ist keine Option: „Wir wollen Euch schützen!"


Online only. Viele Einzelhändler versuchen aktuell, ihr Ware verstärkt online zu verkaufen. Ob über den eigenen Online-Store, Plattformen oder Instagram-Shopping. Pure Player wie Zalando & Co., aber beispielsweise auch Zara und P&C Düsseldorf räumen kostenlosen Versand oder verlängerte Rückgabefristen ein. Während Unternehmen wie Bonprix, Tchibo, Boden und H&M in ihren Onlineshops massive Rabatte bis 70% anbieten.

Aber es gibt auch eine Anti-Strategie. Einige Einzelhändler verzichten ganz bewusst auf das Online-Business. So postet der Yaya Conceptstore in Reutlingen auf Instagram: „Der Grund, warum wir derzeit nicht weiter versenden werden, ist, dass wir unser Team, die Postmitarbeiter und Euch damit schützen möchten."

Yaya versendet nicht



Das Modehaus Kressmann in Hildesheim hat mittlerweile auch den Versand eingestellt. „Aufgrund der aktuellen bundesweit beschlossenen Maßnahmen der Landesregierung stellen wir unseren Lieferservice vorerst ein. Distanz ist die neue Nähe und die Gesundheit steht selbstverständlich an erster Stelle!", schreibt das Unternehmen dazu auf Instagram.

Modehaus Kressmann stellt Versand ein



Viel Beifall erhält In Store Fashion in Göttingen für die Entscheidung, auf Online-Verkauf und Instagram-Shopping zu verzichten. "Richtig so" und "Vorbildliche Vorgehensweise" lauten die Kommentare unter dem Post, den die Macher am Wochenende abgesetzt haben: „Durch diese Art des Handels werden Kontakte generiert, die vermieden werden können - dabei denken wir auch an die Paketzusteller, die genau denselben Schutz wie wir verdient haben." In Store Fashion will sich weiterhin auf den lokalen, persönlichen Verkauf konzentrieren. „Wir glauben an unsere Kunden & kommen noch stärker zurück!"

Kein Instagram-Shopping bei In Store Fashion



Lena Terlutter, Einzelhändlerin aus Köln, will nicht auf einen Onlineshop ausweichen, sagt sie im Interview mit der TW: „Ich will den Kunden nicht das Gefühl geben, dass sie dafür verantwortlich sind, dass mein Business weiterläuft. Diesen Druck will ich nicht an sie weitergeben." Das letzte, was Kunden derzeit bräuchten, wäre neue Ware, wenn sie ohnehin nicht vor die Tür gehen können. „Und ich will keinen meiner Mitarbeiter für Zustelldienste in Gefahr bringen. Wir versuchen also, die Füße stillzuhalten."


Derweil schränkt Amazon seine Lieferungen in Italien und Frankreich ein. Verschickt werden in der aktuellen Situation ausschließlich lebensnotwendige Produkte, konkret: Lebensmittel und Hygieneartikel. Das US-Unternehmen begründet den radikalen Schritt mit einem hohen Bestellaufkommen und dem Schutz der Gesundheit der eigenen Logistikmitarbeiter.
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