Konsequenzen für Corona-Strategie?

Amazon: Neuer Stress mit Kartellamt

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Amazon muss dem Bundeskartellamt eine Stellungnahme vorlegen.
Amazon muss dem Bundeskartellamt eine Stellungnahme vorlegen.

Amazon hat sich während des Lockdowns in einigen Märkten auf den Versand lebensnotwendiger Produkte wie Lebensmittel und Hygieneartikel fokussiert. Das hatte massive Auswirkungen auf Marktplatz-Händler. Seller, die Fulfillment by Amazon (FBA) nutzen, konnten Produkte, die nicht von Amazon priorisiert waren, nicht mehr an die Lager liefern. Deswegen droht Amazon nun womöglich Ungemach vom Bundeskartellamt. Der oberste Wettbewerbshüter Andreas Mundt hat den Online-Giganten zu einer Stellungnahme aufgefordert, wie in den vergangen Wochen mit Lieferprioritäten umgegangen wurde.

Konkret muss Amazon nun offenlegen, welche Kriterien das Unternehmen bei seinen Lieferungen zugrunde legt, wie mit Lieferengpässen umgegangen wird und welche Lieferungen im Zweifel bevorzugt oder eben nachrangig behandelt werden.


Welche Macht das Bundeskartellamt hat, musste Amazon erst im Juli vergangenen Jahres erfahren. Der Online-Retailer musste auf Druck der Wettbewerbshüter seine Geschäftsbedingungen für Marktplatz-Händler ändern. Vor allem ging es um die Verbesserungen des Kündigungsrecht. Zuvor hatte Amazon laut Kartellamt ein unbeschränktes Recht zur sofortigen Kündigung und der sofortigen Sperrung von Konten der Händler, ohne Gründe angeben zu müssen. Seit August 2019 gilt bei ordentlichen Kündigungen eine 30-Tage-Frist, bei außerordentlichen Kündigungen und Sperrungen muss Amazon die Händler informieren und Gründe nennen.
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