Konzerne wollen alle in Produktion befindlichen Waren abnehmen und zahlen

H&M geht voran, andere folgen

Foto: GMB Akash
H&M verspricht, den Lieferanten (hier ein Betrieb in Bangladesch) die bereits im Produktionsprozess befindliche Ware abzunehmen und dafür den ursprünglich vereinbarten Preis zu bezahlen.
H&M verspricht, den Lieferanten (hier ein Betrieb in Bangladesch) die bereits im Produktionsprozess befindliche Ware abzunehmen und dafür den ursprünglich vereinbarten Preis zu bezahlen.

Aufatmen: Seit dem Ausbruch der Corona-Krise geht in den weltweiten Produktionsbetrieben die Angst vor Stornierungen und Kürzungen der großen Auftraggeber um.

Tatsächlich sollen in den wichtigsten Sourcing-Ländern wie China, Bangladesch und der Türkei Orders in Milliardenhöhe gecancelt worden sein. Als erster internationaler Konzern hat nun H&M erklärt, Verantwortung zu übernehmen. „Aufträge, für die die Produktion bereits gestartet ist, werden wir nicht stornieren“, erklärt eine Sprecherin. Das gelte für die Endfertigung aber auch für Materialien und Rohstoffe.

Auch bereits gefertigte Ware werde man abnehmen, „und zwar unter den vereinbarten Bedingungen“. Für bereits erteilte Aufträge werde man die Preise nicht nachverhandeln. Darüberhinaus arbeite man auf allen Ebenen daran, die Situation aus der Perspektive von Mitarbeitern, Unternehmen und Umwelt bestmöglich zu managen.

Konkrete Zahlen, wieviele Orders die Entscheidung betreffen, wollte H&M auf TW-Anfrage nicht nennen. Auch das Volumen der nachträglich stornierten Aufträge – also für Waren, die noch nicht in der Produktion waren - wird nicht bekannt gegeben.

Nachdem H&M vorgeprescht ist, haben sich weitere Unternehmen der Initiative angeschlossen. Wie Apparel Insider berichtet, wollen auch Inditex, Marks&Spencer, Kiabi, PVH und Target bereits gefertigte Waren ihrer Produzenten abnehmen. Bei Konzernen wie Primark und C&A stehe diese Entscheidung noch aus.
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