Krise der Luxusindustrie

Gucci-Mutter Kering erwartet Umsatzminus von 15%

Gucci
Gucci-Show: Top im medialen Ranking
Gucci-Show: Top im medialen Ranking

Der Luxuskonzern Kering profitierte seit 2015 von dem Gucci-Boom. Doch der Covid-19-Krise kann auch er sich nicht entziehen. Für die ersten drei Monate 2020 stellt die Gruppe ein zweistelliges Minus in Aussicht. Immerhin sieht sie Anzeichen für eine Erholung in China.

Die Covid-19-Pandemie trifft die Luxusindustrie hart. Nachdem Burberry für die Monate Januar bis März eine Umsatzeinbuße von 30% im eigenen Retail in Aussicht gestellt hat, kündigt die Gucci-Mutter Kering für die ersten drei Monate ein wechselkursbereinigtes Minus von 15% an. Berücksichtigt man hingegen Währungsschwankungen, beträgt das Minus 13 bis 14%.

Mailand Fashion Week: Gucci H/W 2020/21



Auch für das zweite Quartal rechnet die Kering-Gruppe, zu der neben Gucci noch Saint Laurent, Bottega Veneta und Balenciaga gehören, mit einem „erheblichen Umsatzeffekt“ durch das Coronavirus. Das drückt auch das Ergebnis. Die operative Gewinnmarge werde im ersten Halbjahr zurückgehen. „Es ist noch zu früh, um das zu quantifizieren“, teilte Kering am Freitagabend mit.

Paris Fashion Week: Saint Laurent H/W 20/21



Damit setzt die Coronavirus-Pandemie einer beeindruckenden Erfolgsgeschichte erst einmal ein Ende. Kering ist der Luxuskonzern, der dank des Gucci-Booms in den vergangenen Jahren am stärksten zugelegt hat. Unter der Ägide von Kreativdirektor Alessandro Michele und CEO Marco Bizzarri verdreifachte Gucci seit 2015 den Umsatz auf zuletzt knapp 10 Mrd. Euro.

Das bescherte Kering ein rasantes Umsatz- und Gewinnwachstum. Im Geschäftsjahr 2019 steigerte Kering den Umsatz wechselkursbereinigt um 13% auf knapp 15,9 Mrd. Euro. Der operative Gewinn kletterte um knapp 20% auf 4,8 Mrd. Euro, was einer Ebit-Marge von etwas mehr als 30% entspricht.

Jetzt geht es abwärts. Immerhin sieht die Gruppe „ermutigende Anzeichen“ auf dem chinesischen Festland. Die Kundenfrequenz und damit die Verkäufe stabilisierten sich. Allerdings seien andere Märkte in der Region Asien-Pazifik weiterhin „erheblich“ betroffen. „Die Situation in Westeuropa, und seit kurzem auch in Nordamerika hat sich wesentlich verschlechtert“, teilte der Konzern mit.

Mailand Fashion Week: Bottega Veneta H/W 2020/21



Um die Verluste so gering wie möglich zu halten, senke die Gruppe Kosten und optimiere den Warenfluss. „Wir erwägen weitere Maßnahmen, um den Effekt auf unsere operative Gewinnmarge abzufedern. Dabei stellen wir sicher, dass die Marktposition unsere Brands und ihr Wachstumspotenzial gewahrt bleiben, um kurz- und mittelfristig wieder nach oben zu kommen.“

stats