Kurz-Lockdown

Wien verlängert "Osterruhe" bis 11. April

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Lockdown-Verlängerung: In der Wiener Mariahilferstraße wird es bis zum Wochenende nach Ostern, also bis zum 11. April, wohl ruhiger zugehen.
Lockdown-Verlängerung: In der Wiener Mariahilferstraße wird es bis zum Wochenende nach Ostern, also bis zum 11. April, wohl ruhiger zugehen.

In Niederösterreich und im Burgenland bleibt das Einkaufen mit verpflichtendem negativen Corona-Test offenbar erlaubt.

Wien wird (Stand Montagabend) im Alleingang den Lockdown bis zum Wochenende nach Ostern, also bis zum 11. April, verlängern. Niederösterreich und das Burgenland bleiben vorerst bei der "Osterruhe" bis 6. April. Will Wien damit den Diskussionen um die von 7. bis 10. April angekündigte Testpflicht entgehen? Die Ankündigung, Zugangstest für Kunden im Einzelhandel (mit Ausnahme der Grundversorger) einzuführen, wie sie bisher schon für persönliche Dienstleister wie Friseure oder Kosmetikerinnen galten, wirbelte zuletzt viel Staub auf und sorgte bei Händlern und den Sprechern des Handels für Entsetzen. Rainer Trefelik, Bundesobmann der Sparte Handel der WKÖ, prangert den verpflichtenden negativen Corona-Test für Kunden im Handel als "weitere Katastrophe" an: »Es reicht nicht aus, dem Handel das Aufsperren zu erlauben, aber gleichzeitig Voraussetzungen zu schaffen, die den Einkauf enorm erschweren.«

Im Handel formiert sich Widerstand

Zuletzt hatte sich Wien (m)Eins, eine Plattform der Kaufleute der Wiener Innenstadt, in einem offenen Brief an die Bundesregierung gewandt. Die Kernaussagen daraus: "Die Entscheidung, ab 1. April den Besuch in Einzelhandelsgeschäften außer dem LEH mit Covid19-Zutrittskontrollen zu verbinden, ist für uns als Unternehmer und Händler ein Desaster. Seit nunmehr einem Jahr ist unsere Tätigkeit in erster Linie ein Überlebenskampf. Wir kämpfen um große und kleine Betriebe, um Wiener Traditionsgeschäfte und neuen innovative Konzepte. Die geplanten Zutrittskontrollen für eine bestimmte Kategorie an Einzelhandelsgeschäften sind dennoch kategorisch abzulehnen. Sie stellen eine massive Gefährdung für eine jener Branchen dar, die durch die Pandemie am stärksten betroffen ist. Der Einzelhandel ist zugleich aber auch einer der größten Arbeitgeber, arbeitsmarktpolitisch wäre die Gefährdung der Unternehmen ein Desaster. Die Menschen kaufen dann schlicht und einfach nicht vor Ort ein. Damit werden aber weder mehr Testungen erreicht, noch ein besseres Herausfischen positiver Fälle. Die Maßnahme geht somit komplett an jedem sinnvollen Ziel vorbei. Die Konsequenz ist eine klassische Lose Lose Lose Situation. Der lokale Einzelhandel verzeichnet weitere Umsatzeinbrüche und zahlt weniger Steuern. Ein beträchtlicher Teil der stationär fehlenden Umsätze fällt wiederum internationalen Konzernen zu, die in Österreich gar keine Steuern zahlen. Zugleich wären aber genau diese Steuergelder notwendig, um die Covid Hilfen zu finanzieren."

Dieser Text erschien zuerst auf www.textilzeitung.at.
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