Lager voll, Quartal im Minus

Ahlers: Auslieferstopp verhagelt erstes Quartal

Ahlers
Konzernchefin Stella Ahlers: "Eine verlässliche Prognose ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich."
Konzernchefin Stella Ahlers: "Eine verlässliche Prognose ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich."

Die Lager sind voll, die Kasse leerer. Ahlers muss Corona-bedingt ein schwaches erstes Quartal vermelden. Vor allem das zurzeit fehlende Nachliefergeschäft ab Lager macht den Herfordern zu schaffen.

"Aufgrund von Verzögerungen in der Jeans-Auslieferung konnten Auftrage nicht im abgelaufenen Quartal fakturiert werden", heißt es in der Mitteilung des Konzerns, zu dem unter anderem Denim-starke Labels wie Pierre Cardin, Baldessarini sowie Pioneer gehören.

Die Verschiebungen hätten sich auf 3,3 Mio. Euro belaufen, was einem Minus zum Vergleichszeitrum von 5,6% entspricht. Auch aufs Ergebnis schlägt die Situation durch. Vor allem die fehlenden Jeans-Umsätze und deren Roherträge führten zum Rückgang des EBIT von 3,3 Mio. Euro auf 1,5 Mio. Euro − ein Minus von 55%. Sobald der Einzelhandel seine Geschäfte wieder öffne, könne die Ware ausgeliefert und die fehlenden Umsätze und Ergebnisbeiträge nachgeholt werden.

Auch das übrige Geschäft hätte sich dem anhaltend rückläufigen Markttrend nicht entziehen können und ging in den ersten drei Monaten um 1,3 Mio. Euro zurück, ein Minus von 2,2%. Zusammengenommen gab der Konzernumsatz um 13,2% nach und sank im ersten Quartal auf 51,2 Mio. Euro.

Bereits Ende März hatte Ahlers die Prognose für das gesamte Geschäftsjahr zurückgenommen, da die staatlich angeordneten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie erhebliche Belastungen mit sich brächten. "Eine verlässliche Prognose ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich", sagt Konzernchefin Stella Ahlers. In dieser schwierigen Situation komme dem Unternehmen vor allem die solide Bilanzstruktur mit der hohen Eigenkapitalquote zugute, so Ahlers. Das Unternehmen schöpfe alle Möglichkeiten der Kostenreduzierung aus und habe umfangreiche liquiditätsstützende Maßnahmen engeleitet. Für den Großteil der Belegschaft sei Kurzarbeit beantragt worden. Dies umfasse alle Bereiche außer den E-Commerce.

Stella Ahlers weiter: "Darüber hinaus überprüfen wir alle geplanten Investitionsmaßnahmen und stehen mit unseren Kunden, Lieferanten und Dienstleistern in engem Austausch, um den Herausforderungen der aktuellen Situation gemeinsam zu begegnen. Mit Normalisierung der Situation und Wiedereröffnung des Bekleidungseinzelhandels streben wir die schnellstmögliche Rückkehr zu dem ursprünglich geplanten Wachstumspfad an."
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