Schließen
The Spin
What you need to know in global fashion. Sign up now!
 
Laura Ashley ist erstes Opfer der Corona-Krise – Selfridges kürzt die Öffnungszeiten

Großbritannien: Jetzt auch Einschränkungen des Alltags

„Keep calm and carry on“ – das Motto war gestern. Für die Briten, die in der Coronavirus-Krise gegen den Strom geschwommen sind, wird nun auch das öffentliche Leben eingeschränkt.

Die britische Regierung verschärft ihren Kampf gegen die Epidemie. Premierminister Boris Johnson hat alle Einwohner aufgerufen, Pubs, Clubs, Restaurents, Kinos und Theater zu meiden. Appelliert wird an alle Briten, die soziale Distanz zu wahren und Sozialkontakte auf ein Minimum zu reduzieren.

Bisher hatte die britische Regierung Einschränkungen des Alltags nicht für nötig gehalten und stand wegen der Zurückhaltung zunehmend in der Kritik. Inzwischen ist die Zahl der Corona-Infizierten auf 1551 gestiegen. Die Opferzahlen steigen rapide. Die Zahl der Toten erreichte am Dienstag 56. Jetzt die Kehrtwende, die mit den Maßnahmen aber noch hinter denen auf dem Kontinent zurückbleiben. Denn es handelt sich nicht um Verbote, sondern Empfehlungen.

Johnson scheut davor zurück, die Schulen zu schließen. Der Premier setzt darauf, dass Großbritannien eine „reife Demokratie“ und die Menschen auf Empfehlungen hören. Ohne drastisches Handeln könnten sich die Fälle alle fünf bis sechs Tage verdoppeln, sagte Johnson.

Viele Unternehmen stellen sich bereits auf die neue Situation ein und lassen ihre Mitarbeitern von zu Hause aus arbeiten. Der Einzelhandel hat das Wegbleiben von heimischen Kunden und Touristen bereits zu spüren bekommen und das dürfte erst der Anfang sein. Der Handelsspezialist Springboard hat für die Zeit zwischen 8. und 14. März einen Rückgang der Frequenz in den innerstädtischen Einkaufsstraßen, Retail Parks um Einkaufszentren um 22,9% im Jahresvergleich ermittelt. Gegenüber der Vorwoche betrug das Minus 18,2% . Am stärksten gebeutelt ist die High Street, also der innerstädtische Einzelhandel, mit einem Rückgang von 31,2% im Jahresvergleich. Gefolgt von den Einkaufszentren, die 21,1% weniger Besucher hatten. In den Retail Parks ging die Frequenz um nur 6,8% zurück. Das führt Springboard auf die Panikeinkäufe bei Lebensmitteln und Haushaltsprodukten zurück.

Erstes Opfer der Coronavirus-Krise ist Laura Ashley. Die britische Traditionsmarke für Wohnaccessoires und Bekleidung gab an diesem Dienstag die Absicht zur Ernennung der Unternehmensberatung PvC als Insolvenzverwalter bekannt. Das Unternehmen, an dem MUI Asia die Mehrheit hält, betreibt 155 Stores mit 2700 Beschäftigten. Der britische Lifestyle-Spezialist und Modeversender kündigt heute die Schließung von Stores an, eine Maßnahme, die am 27. März überprüft werden soll. Firmengründer Johnnie Boden teilte in einem Statement mit, dass alles getan werde, um Websites und Warehouses in Betrieb zu halten.

Und die Luxus-Department Store-Gruppe Selfridges reagiert mit kürzeren Öffnungszeiten auf die Krise. Der Londoner Flagship Store an Oxfords Street wird ebenso wie die Filialen in Birmingham und Manchester ab 17. März von Montags bis Samstags von 11.00 Uhr bis 19.00 Uhr öffnen. Die Sonntagsöffnung zwischen 11.30 und 18.00 Uhr bleibt unverändert. Meave Wall, Stores Director bei Selfridges, sagte, in diesen unsicheren Zeiten wolle man über die Schritte informieren, die Selfridges unternimmt. Man werde das Beste tun, um die Kunden wie gewohnt zu bedienen.
stats