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Lieferfähigkeit in Corona-Zeiten

Paket-Dienstleister führen kontaktlose Zustellung ein

Hermes
Hermes wirbt mit drei Retourenmöglichkeiten: Die Mitnahme bei einer Zustellung, die speziell beauftragte Abholung an der Haustür und die Abgabe in einem Paket-Shop.
Hermes wirbt mit drei Retourenmöglichkeiten: Die Mitnahme bei einer Zustellung, die speziell beauftragte Abholung an der Haustür und die Abgabe in einem Paket-Shop.

Wenn der stationäre Handel nicht mehr funktioniert, setzen viele auf Online-Versand. Die Kurier-, Express- und Paketdienste (KEP) wie DPD, GLS, Hermes und UPS versuchen, die Auslieferung zu garantieren, setzen auf kontaktlose Zustellung und arbeiten mit verstärkten Hygienevorschriften.

Keine Unterschrift mehr nötig

Nach der Deutschen Post-Tochter DHL führt jetzt auch DPD die kontaktlose Zustellung ein. In einem Schreiben des Dienstleisters heißt es: "Der Zusteller klingelt an der Haustür und begibt sich in einen mindestens zwei Meter großen Abstand. Öffnet der Empfänger, informiert ihn der Zusteller über die kontaktlose Zustellung und stellt das Paket ab. Als Empfängername trägt der Zusteller in seinem MDE-Gerät die Buchstaben 'AO' sowie den Abstellort ein und unterschreibt dann mit seinem eigenen Kürzel. Auf die Unterschrift des Empfängers wird verzichtet. Trifft der Zusteller den Empfänger nicht an, wird das Paket zum Versender retourniert." Das gelte allerdings auch, wenn der Empfänger wegen des Corona-Virus die Annahme der Sendung verweigert. Auch bei UPS sind Kunden nicht mehr verpflichtet, für die meisten Zustellungen zu unterschreiben.

Paketshops müssen offen bleiben

Von den Ladenschließungen waren auch zahlreiche Paket-Shops betroffen. Marten Bosselmann, Vorsitzender des Bundesverbandes Paket und Expresslogistik (BIEK) appelliert an die Bundesregierung, mit den Poststellen und auch Paketshops offen zu halten. "Sie ermöglichen – neben der Lieferung und Abholung an der Haustür – die schnelle und unkomplizierte Paketversorgung der Bevölkerung. Paketshops sind damit klar Geschäfte, die für die Grundversorgung notwendig sind".

Noch keine Lieferschwierigkeiten

Nach Verbandsangaben gäbe es derzeit noch keine Einschränkungen bzw. Verzögerungen bei der Zustellung in Deutschland, weil Warenverkehre von den Einreisestopps ausgenommen sind. "Die Sendungsbeförderung erfolgt derzeit ohne Einschränkungen, die KEP-Dienste halten die Lieferketten aufrecht. Wir analysieren die Lage laufend neu und stehen in ständigem Kontakt mit unseren Mitgliedern und den zuständigen Behörden", sagt Bosselmann. Das bestätigen die KEP-Dienstleister. "Trotz der jüngsten Grenzschließungen in vielen Ländern sind wir weiter in der Lage, die Lieferungen unserer Kunden zuzustellen, ausgenommen sind hiervon nur Gebiete, bei denen dies aufgrund staatlicher Sonderregelungen nicht möglich ist" erklärt UPS-Europa-Chef Lou Rivieccio.

Unwahrscheinliche Ansteckungsgefahr durch Pakete

Die Unsicherheiten der Konsumenten, ob es eine Ansteckungsgefahr durch Pakete gibt, versuchen die Dienstleister auf ihren Websites durch umfangreiche Informationen zu verringern. "Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Robert Koch-Instituts (RKI) ist die Übertragung von Viren über Pakete unwahrscheinlich. Das Coronavirus wird über Tröpfchen übertragen, es hält sich nicht lange auf Oberflächen wie Kunststoff und Papier. Die saugfähige Oberfläche eines Pakets oder Briefes sowie der Transport an der Luft trocknen das Virus aus und zerstören seine Hülle. Auch durch Sonne bzw. UV-Licht wird das Virusgenom zerstört. So schreibt die WHO: „Aus früheren Analysen wissen wir, dass Coronaviren auf Gegenständen wie Briefen oder Paketen nicht lange überleben", heißt es beispielsweise bei Hermes.

Zustellung an den Wunschort

Die Dienstleister appellieren zudem an ihre Kunden, Sendungen direkt nach der Paketankündigung des Händlers, an einen Wunsch-Ablageort umzuleiten.

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