Erste Lockerungen im Corona-Shutdown

Geschäfte bis 800m² dürfen wieder öffnen

imago images / Christian Thiel
Der Bund will die Corona-Kontaktbeschränkungen verlängern.
Der Bund will die Corona-Kontaktbeschränkungen verlängern.

Geschäfte, deren Verkaufsfläche maximal 800m² groß ist, dürfen ab dem 20. April wieder öffnen. Das verkündete die Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer Pressekonferenz.

Wie die Kanzlerin erklärte, gibt es allerdings Bedingungen für die Wiedereröffnung der kleineren Läden. So müssten sie "gute Konzepte" vorlegen, zum Beispiel zu Hygieneregelungen. Außerdem müssen sie vermeiden, dass sich "riesige Schlangen" vor den Türen bilden. "Hier ist eine Vielzahl von Vorbereitungsmaßnahmen nötig", so Merkel.

Die Begrenzung der Größe der Geschäfte, die wieder aufmachen dürfen, wurde beschlossen, um den Publikumsverkehr in den Städten weiterhin zu begrenzen, sagte die Kanzlerin. In einem Kompromiss habe man sich auf die Zahl 800m² geeinigt. "Es kommt darauf an, unkontrollierbare Situationen weitgehend zu unterbinden", ergänzte der bayrische Ministerpräsident Markus Söder. Selbst mit ausgefeilten Schutzkonzepten von größeren Geschäften und Läden sei die Gefahr zu hoch, dass sich die Menschen wieder in den Innenstädten ballen.

Dem Politiker zufolge muss allerdings nicht jedes Bundesland die Öffnung von Läden bis zu 800m² erlauben, kann diesen Spielraum aber ausschöpfen. Die Landesregierungen würden demnach noch einmal einzeln darüber abstimmen. Unabhängig von der Verkaufsfläche dürfen Kfz-Händler, Fahrradhändler und Buchhandlungen wieder ihre Türen für Kunden öffnen.

Darüber hinaus werden die Corona-Kontaktbeschränkungen erst einmal bundesweit bis zum 3. Mai verlängert. Ein entsprechender Vorschlag des Bundes sickerte bereits am Vormittag durch und wurde nun von den Ländern abgesegnet.

Söder machte in der Pressekonferenz auch Angaben zu Einkaufszentren und Co: "Klar ist, dass Gastronomie, Kaufhäuser und Shoppingmalls nach wie vor nicht geöffnet werden können". Orte, an denen viele Menschen aufeinandertreffen, sollen weiterhin geschlossen bleiben. Alle Großveranstaltungen werden laut Söder bis Ende August abgesagt. "Bis dahin haben wir weder Medikament noch Impfstoff", führte er aus. Events wie der Karneval in Heinsberg oder Après-Ski in Ischgl, die zu großen Infektionsherden wurden, würden laut Söder zeigen, dass "große Zurückhaltung" bei solchen Veranstaltungen geboten ist.


Alle 14 Tage will man sich laut Merkel mit weiteren etwaigen Lockerungen befassen. Das nächste Mal am 30. April. Welche Schritte folgen werden, hängt demnach davon ab, wie die Infektionsrate sich nach Inkrafttreten der ersten Lockerungen entwickelt.

Darüber hinaus hat Merkel verkündet, dass die Regierung die Nutzung von Alltagsmasken im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen "dringend" empfiehlt. In den vergangenen Tagen sind bereits immer mehr Modeunternehmen in die Produktion von Masken und Schutzbekleidung eingestiegen.

Hier lesen Sie den Beschluss der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefs der Länder im Wortlaut.
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