Markus Söder kündigt Lockerungen an

Bayern hebt 800m²-Regel auf

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Markus Söder: "Alle Notfallpläne stehen. Das Gesundheitssystem ist für eine zweite Welle gerüstet."
Markus Söder: "Alle Notfallpläne stehen. Das Gesundheitssystem ist für eine zweite Welle gerüstet."

Gute Nachrichten für Betreiber größerer Modehäuser, Kaufhäuser und Shopping-Center in Bayern: Nachdem einige Bundesländer bereits Lockerungen verkündet haben, zieht jetzt auch der Freistaat nach: Die Landesregierung hat die umstrittene 800m²-Begrenzung für Einzelhändler aufgehoben. Mit Wirkung zum 11. Mai. Allerdings unter der Voraussetzung, dass pro 20m² nur ein Kunde hereingelassen wird. Zudem gilt eine allgemeine Maskenpflicht

In Shopping-Center müssen die Masken auch außerhalb der Läden getragen werden, also in Gängen, Treppenhäusern und auf Rolltreppen. "Sollten sich die Infektionszahlen regional verschlechtern, werden wir die Quadratmeterzahl erhöhen", kündigte Ministerpräsident Markus Söder in einer Pressekonferenz in München an.


Besonders aufatmen können die Modehändler, die in ihren Häusern Restaurants betreiben. Diese können ab dem 25. Mai wieder geöffnet werden – wie alle anderen bayerischen Speiselokale auch. Voraussetzung sind strenge Hygienekonzepte. Diese sehen laut Söder u.a. anderem vor, dass nur jeder zweite Tisch besetzt werden darf. Gläser und Besteck müssen besonders intensiv desinfiziert werden. Für Köche und Kellner gilt eine Maskenpflicht. Die Gäste müssen Mund und Nase auf dem Weg zum Tisch und zur Toilette bedecken. Um 22 Uhr müssen die Lokale schließen. Außengastronomie, zum Beispiel Biergärten, dürfen bereits am 18. Mai wieder öffnen. Jedoch nur bis 20 Uhr.

Der Ministerpräsident spricht von einer "Kombination aus Vorsicht und Freiheit". Die aktuellen Infektionszahlen lassen seiner Ansicht nach "den Mut zu, vorsichtige Schritte der Öffnung zu wagen". Die Zahl der Ansteckungen habe sich seit dem Lockdown halbiert, das Gesundheitssystem sei stark hochgefahren worden. "Und wir fahren es weiter hoch." So sei etwa die Zahl der Intensivbetten um 31 Prozent erhöht worden. "Alle Notfallpläne stehen. Das Gesundheitssystem ist für eine zweite Welle gerüstet".

Die bisherige Strategie sei angemessen und verhältnismäßig gewesen. Die Politik müsse aber die Eingriffe in die Freiheit abwägen − und "Wege finden, wie wir aus der Krise wieder herauskommen." Dabei werde eine sogenannte atmende Strategie zum Einsatz kommen: Erhöhen sich die Infektionszahlen, will die Landesregierung einzelne Schritte verschieben oder zurückfahren. Dabei soll die Entwicklung nicht nur auf Landesebene, sondern auch in den einzelnen Regionen Bayerns berücksichtigt werden. So behalte man sich etwas vor, sollten die Infektionszahlen wieder steigen, die bisherige Regelung, eine Person auf 20m² Fläche in Geschäften zuzulassen, auf 30m² pro Person zu erhöhen.

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