Messelandschaff in der Corona-Krise

Baselworld droht das Ende

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Nach der Swatch-Gruppe und den Marken des Kering-Konzerns verlassen nun auch Rolex, Patek Philippe, Chanel, Chopard und Tudor die Baselworld. Das wirft die Frage auf, ob die Uhrenmesse fortbestehen kann. Die Veranstalter scheinen sich selbst nicht sicher sein und kündigen eine Entscheidung in den nächsten Wochen an.

Es ist ein Schlag für die Baselword und könnte womöglich ihr Aus bedeuten. Rolex, Patek Philippe, Chanel, Chopard und Tudor kehren der Uhrenmesse in Basel den Rücken. Die Marken werden nächsten April in Genf ihre eigene Messe organisieren, die mit der Messe Watches und Wonders der Fondation de la Haute Horlorgerie verknüpft sein wird.


Rolex und Patek Philippe galten als der Rettungsanker der Baselworld, nachdem sich bereits die Swatch-Gruppe sowie die Kering-Marken Ulysse Nardin und Girard Perregaux losgesagt hatten. Es ist gut möglich, dass weitere prominente Namen folgen werden.

Bislang hält der Luxuskonzern LVMH mit seinen Marken Zenith, Tag Heuer, Bulgari und Hublot zur Baselworld. Doch Bulgari zeigte seine Uhrenkollektion dieses Jahr in Privatevents in Dubai und kündigte an, sich Ende Juni zum Verbleib auf der Baselworld äußern zu wollen.

Wie ernst die Situation für die Baselworld ist, verdeutlicht das Kommuniqué des Veranstalters. Die MCH Group lässt darin durchblicken, dass das Fortbestehen der Messe alles andere als gesichert ist: „Wir werden in den kommenden Wochen entscheiden, ob die Baselworld fortgesetzt wird und inwiefern in die langfristige Weiterentwicklung investiert wird.“

Das Zittern um die Baselworld wirft ein Schlaglicht darauf, wie sehr das Format der Messen heutzutage allgemein zur Debatte steht. Bereits vor der Covid-19-Pandemie stellten sich viele Marken die Frage, inwiefern im Zeitalter des Digitalen und der Nachhaltigkeit ein kostspieliger Messeauftritt mit opulentem Stand samt großzügiger Inszenierung überhaupt noch gerechtfertigt ist.

Im Fall der Baselworld spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Einerseits ärgerten sich die Marken darüber, dass die Messeveranstalter die Gebühren für die wegen Covid-19 verschobene Ausgabe nur teilweise zurückerstatteten. Andererseits hegten einige Marken auch grundsätzliche Zweifel an der Vision und dem Konzept der Messe. Dazu zählt Patek Philippe.

„Die Entscheidung, die Baselworld zu verlassen, ist mir nicht leicht gefallen. Ich vertrete die vierte Generation der Stern-Familie, die an diesem traditionsreichen Event teilnimmt“, sagte Thierry Stern, Präsident von Patek Philippe. Die Vision seiner Marke stimme nicht mehr mit derjenigen der Messe überein. „Es gab zu viele Diskussionen und ungelöste Probleme. Es fehlte das Vertrauen.“

Die Ankündigung von Rolex, Patek Philippe, Chanel, Chopard und Tudor stärkt den Messestandort Genf. Die dortige Messe Watches and Wonders ist aus der SIHH hervorgegangen. Sie wird momentan dominiert von den Marken des Genfer Luxuskonzerns Richemont. Richemont-CEO Jérôme Lambert drückte im Namen des Verbands Fondation de la Haute Horlorgerie seine Freude aus: „Wir freuen uns sehr darüber, einen neuen Salon zu begrüßen, der die historische Watches and Wonders Anfang April nächsten Jahres stärken wird.“

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