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Messeveranstalter bereitet sich auf Corona-bedingte Absage vor

Premium und Seek: Geld zurück, falls die Messen ausfallen müssen

Premium Group
Anita Tillmann und Jörg Arntz bereiten sich auf den Fall vor, die Messen im Sommer wegen des Corona-Virus' absagen zu müssen. Noch gehen sie fest davon aus, dass alles stattfindet.
Anita Tillmann und Jörg Arntz bereiten sich auf den Fall vor, die Messen im Sommer wegen des Corona-Virus' absagen zu müssen. Noch gehen sie fest davon aus, dass alles stattfindet.

Das Coronavirus wirbelt weltweit die Märkte durcheinander. Uneinig sind sich die Experten, wie lang die Epidemie anhalten wird. Manche rechnen auch im Sommer mit keiner Verbesserung der Situation. Immer mehr Leute der Modebranche blicken daher inzwischen schon mit einem Fragezeichen nach Berlin und befürchten eine Absage der Messen Ende Juni/Anfang Juli. Problematisch ist vor allem die fehlende Planungssicherheit – niemand weiß, auf was er sich vorbereiten soll

Die Premium Group hat sich nun in einem Schreiben an die Aussteller gewandt, um sie über die Organisation für die anstehenden Messen Seek und Premium vom 30. Juni bis 2. Juli  zu informieren. "Wir gehen fest davon aus, dass unsere beiden Messen stattfinden werden und haben die volle Unterstützung unserer Share- und Stakeholder aus London und New York. Dementsprechend laufen unsere Vorbereitungen unverändert und auf Hochtouren weiter", heißt es in dem Brief von den Geschäftsführern Anita Tillmann und Jörg Arntz.  Bis dahin seien es noch 16 Wochen und sie hoffen, dass sich die Lage bis dahin beruhigt habe.

Falls sich jedoch die Lage verschlimmere und die Messen daher nicht zu diesem Zeitpunkt stattfinden können, wolle die Premium gemeinsam mit den Ausstellern einen zeitnahen Ausweichtermin evaluieren. Im schlimmsten Fall einer Absage soll den Ausstellern die anfallende Standmiete entweder zurückgezahlt oder aber bereits für die Januar-Edition 2021 gutgeschrieben werden, informiert der Veranstalter. Der Beschluss wurde gemeinsam mit Clarion Events getroffen, dem Inhaber der Premium Group.

Auf Anfrage kommentiert Neonyt-Chef Thimo Schwenzfeier die Situation wie folgt: "Wir gehen momentan zu 100% davon aus, dass die Neonyt und die Fashion Week stattfinden werden. Diejenigen, die sich jetzt in Spekulationen für den Sommer verlieren, heizen die Hysterie mit allen negativen wirtschaftlichen Implikationen nur unnötig an." Die Neonyt wird von der Messe Frankfurt ausgerichtet, die bereits zahlreiche internationale Messen wegen des Coronavirus' verschoben hat.

Panorama-Chef Jörg Wichmann, der nach der Insolvenzanmeldung der Messe in diesen Tagen mit potenziellen Ausstellern über die Sommerausgabe spricht, äußert sich zur Lage. "Wir führen derzeit viele konstruktive Gespräche und bekommen durchaus Commitment aus der Branche. Corona ist natürlich ein Thema, deswegen herrschen viele Unsicherheiten. Die wirtschaftliche Tragweite ist noch nicht zu ermessen." Den Vorstoß der Premium Group findet er unmöglich und bezeichnet es als "neue Form des Kreditwesens" und das Angebot als "eine intellektuelle Beleidigung".
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