Das Metaverse kommt immer mehr in Mode

Meta eröffnet Online-Store für digitale Kleidung

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Metaverse-Mannequins: Meta-Chef Mark Zuckerberg und die Instagram-Vizepräsidentin Eva Chen tragen nicht nur Prada, sondern auch Balenciaga und Thom Browne. "Eine Abwechslung zu meinem Frottee-Pullover", witzelt Zuckerberg auf seiner Facebook-Seite.
Metaverse-Mannequins: Meta-Chef Mark Zuckerberg und die Instagram-Vizepräsidentin Eva Chen tragen nicht nur Prada, sondern auch Balenciaga und Thom Browne. "Eine Abwechslung zu meinem Frottee-Pullover", witzelt Zuckerberg auf seiner Facebook-Seite.

Meta wird diese Woche ein Digital Fashion-Angebot auf den konzerneigenen Plattformen Instagram, Facebook und dessen Messenger starten. Der Avatars Store soll Usern ermöglichen, digitale Kleidung für ihre virtuellen Zwillinge zu kaufen. Die Avatare von Meta-Chef Mark Zuckerberg und Instagram-Vizepräsidentin Eva Chen zeigen digitale Outfits von Balenciaga, Prada und Thom Browne. Damit setzt sich der Metaverse-Boom in der Modebranche weiter fort.

Der Social Network-Konzern Meta hat den Launch eines digitalen Bekleidungsgeschäfts angekündigt. Das virtuelle Angebot mit dem Namen Avatars Store soll auf den konzerneigenen Plattformen Instagram, Facebook und dessen Messenger zur Verfügung stehen und den Usern ermöglichen, digitale Kleidung für ihre digitalen Zwillinge, die sogenannten Avatare, zu kaufen.

Zum Start gibt es Outfits der Luxusmode-Marken Balenciaga, Prada und Thom Browne, heißt es in einem Tweet von Meta auf Twitter. Einen Vorgeschmack geben Meta-Chef Mark Zuckerberg und Instagrams Vizepräsidentin für Modepartnerschaften Eva Chen unter anderem in einem Instagram-Beitrag, wo die Avatare der beiden Online-Manager Prada, Balenciaga und Thom Brown tragen. "Eine Abwechslung zu meinem Frottee-Pullover", witzelt Zuckerberg auf seiner Facebook-Seite.

"Digitale Güter werden eine wichtige Möglichkeit sein, sich im Metaversum auszudrücken und ein wichtiger Motor für die Kreativwirtschaft. Wir werden weitere Marken hinzufügen und dies bald auch in die Virtuelle Realität bringen", schreiben Zuckerberg und Chen auf Instagram.

Wie das IT-Portal Tech Crunch unter Berufung auf eine Live-Präsentation auf Instagram berichtet, soll der Avatars Store diese Woche in den USA, Kanada, Thailand und Mexiko online gestellt werden und laut Zuckerberg zu einem offenen Marktplatz werden, auf dem Entwickler Kleidung entwerfen und verkaufen können.

Meta setzt voll aufs Metaverse

Hintergrund dieses Modeprojekts ist die Strategie von Zuckerberg, sein Unternehmen zu einem Metaverse-Konzern umzubauen. In diesem Sinne wurde Facebook in Meta umbenannt. Darüber hinaus investiert der Facebook-Gründer und Meta-Chef massiv in den Ausbau der konzerneigenen Metaverse-Plattform Horizon.

Dem IT-Portal Mixed zufolge hat Meta allein in den vergangenen drei Quartalen 3 Mrd. US-Dollar (2,85 Mrd. Euro) in die Entwicklung von Extended Reality-Techniken gesteckt. Diesen Ausgaben stünden Umsätze von rund 700 Mio. Dollar gegenüber.

Potenzial für Virtual Dressing

Digitale Luxuskleidung könnte somit ein willkommener Erlösbringer sein. Vor allem dann, wenn Meta die Technologie des im April übernommenen Münchner Start-ups Presize in Horizon integriert. Presize hat eine App entwickelt, mit der Nutzer ihre Körpermaße ermitteln können. Das soll Fehlkäufe in Online-Mode-Shops verhindern.

Eine Kombination aus dem digitalen Größenberater und dem Avatars Store würde den modebegeisterten Nutzern der Meta-Plattformen ermöglichen, ihren Avataren Designerkleidung anzuziehen – und bei Gefallen das Produkt in physischer Form passformgenau nach Hause zu bestellen.

Milliarden-Business Metaverse

Dem derzeit stark gehypten Metaverse-Markt wird eine große Zukunft vorausgesagt: Der Marktforscher Global Industry Analysts geht davon aus, dass das Geschäft mit virtuellen Welten 2026 weltweit einen Umsatz von 758,6 Mrd. US-Dollar (685 Mio. Euro) erwirtschaften wird. Das entspräche einer jährlichen Wachstumsrate von 37,1%. In diesem Jahr sollen es bereits 194,4 Mrd. Dollar sein. Der Finanzdienstleister Citigroup schätzt das Volumen des Metaverse sogar auf 10 Billionen Dollar.

Zu den Nutzern der virtuellen Welten gesellen sich seit geraumer Zeit immer mehr Modeunternehmer. So hat etwa Paris Hilton Mitte Februar eine virtuelle Fashion Show auf der Metaverse-Plattform Roblox veranstaltet.

Drei Sportmode-Giganten setzen auf Roblox

Auf Roblox tummeln sich auch Modegrößen wie Nike, Adidas, Puma und Ralph Lauren. Nike betreibt dort ein Nikeland, in dem die User virtuell Sport treiben und dabei virtuelle Kleidungsstücke der Sportartikel-Marke überziehen können. Puma hat Ende Mai ein virtuelles und interaktives Online-Game auf der Plattform gelauncht, das Konzernangaben zufolge die neueste Layered Clothing-Technologie von Roblox nutzt. 

H&M und Kaufland unterhalten Dependancen im Metaversum von Nintendo. Auf der Plattform Decentraland finden sich virtuelle Dependancen von Unternehmen wie D&G, Forever 21 und des Münchner Designers Philipp Plein, der sich im Februar dieses Jahr für die stolze Summe von 1,4 Mio. US-Dollar (1,27 Mio. Euro) ein Grundstück auf der 2020 gegründeten Metaverse-Plattform gekauft hatte.

Der Fast Fashion-Filialist Zara hat Mitte April eine Kollektion auf den Markt gebracht, deren Teile sowohl im echten Leben als auch im virtuellen Metaverse getragen werden können. Die Konzernschwester Pull & Bear und der Männermode-Online-Händler Herrenausstatter.de haben eigene Metaverse-Welten online gestellt.


Der Zara-Rivale H&M wird schon bald einen virtuellen Showroom launchen, der einer Metaverse-Plattform ähnelt. Mit dem Unterschied, dass nur geladene Gäste eintreten dürfen. Eigene virtuelle Wege geht auch der Online-Modehändler About You: Die Hamburger haben im April angekündigt, eine Metaverse-Plattform aufzubauen.

Absoluter Höhepunkt des Metaverse-Hypes in der Mode war bis dato die erste Metaverse Fashion Week, welche die Metaverse-Plattform Decentraland Ende März veranstaltet hat. Auf dem viertägigen Event, das nach Angaben der Veranstalter rund 108.000 Besucher anzog, waren zahlreiche Modemarken vertreten, darunter Tommy Hilfiger, Dolce & Gabbana, Etro, Philipp Plein, Forever 21, Dundas, Hogan, Nicholas Kirkwood, Fred Segal, Franck Muller, Chufy, Imitation of Christ und Republiqe. Hinzu kam ein virtuelles Kaufhaus von Selfridges, das auch nach der Modewoche geöffnet blieb.


Der digitale Department Store verfügt aber nur über einen Bruchteil der Ladenfläche, mit der das virtuelle Shopping-Center The Mall.io noch in diesem Jahr starten wird. Dieses wird sich über 100 Etagen erstrecken, die jeweils über eine rund 92.900m² große Verkaufs- und Gewerbefläche verfügen. Damit ist das virtuelle Einkaufszentrum rund achtmal so groß wie das reale weltgrößte Shopping-Center in Dubai.

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