Mikro ist das neue Makro

B2B mit B2C-Service

Mirta
Mirta-Macher: Martina Capriotti und Ciro Di Lanno
Mirta-Macher: Martina Capriotti und Ciro Di Lanno

Tina Tanberk ist ein Fan. Die Inhaberin des FM Modesalon in Wien hat schon Cashmere-Teile, Seidenfoulards, Blusen und Taschen auf Mirta eingekauft. „Ich liebe die schicken, handgefertigten Luxusprodukte, die ich auf Mirta finde. Mit ihnen fällt es mir leicht, die Kundinnen zu inspirieren.“

Der Mailänder Marktplatz Mirta, den Martina Capriotti und Ciro Di Lanno, zwei Ex-Berater der Boston Consulting Group, gegründet haben, verbindet 300 Handwerksbetriebe, die Accessoires, Schuhe und Bekleidung fertigen, einerseits mit Endkunden und andererseits mit 2000 Einzelhändlern auf der Welt.


In einer Zeit, in der Modemarken nach dem direkten Weg zum Kunden streben und sich Schritt für Schritt aus dem Wholesale zurückziehen, bringt sich Mirta als unkompliziertes digitales Helferlein für den Einzelhandel in Stellung, der nach Alternativen fahndet.

Mirta: Kuration und Kunsthandwerk



„Bei uns steht das Entdecken neuer Labels im Zentrum“, sagt Co-Gründer Di Lanno. Mirta sei „komplementär“ zu physischen Messen. Auf der Mailänder Accessoire-Messe Mipel Mitte März war Mirta mit einem eigenen Stand vertreten und bot Labels eine Bühne, die sonst nicht auf der Mipel ausstellen.


In dem dicht besetzten und hart umkämpften Feld der B2B-Plattformen besetzt Mirta eine Nische. Im Gegensatz zu Schwergewichten wie Joor und NuOrder, auf denen die Marken den Verkauf steuern, ist Mirta als offener Marktplatz konzipiert. Jeder Händler kann bei allen Labels frei bestellen. Ohne Mindestmengen und mit dem Recht, die Produkte binnen 90 Tagen wieder zurücksenden zu können. Den Komfort und Service des B2C-E-Commerce überträgt Mirta auf die B2B-Sphäre.

Von B2B-Marktplätzen wie Faire und Ankorstore hebt sich Mirta durch die Selektion ab. Labels wie Athison, Capaf, Claudia Firenze, Gianni Segatta und Viamailbag spielen im Top-Genre. „Wir reihen uns auf Mirta neben zahlreichen anderen tollen Lederwarenherstellern ein. Jeder hat seine eigene Spezialität“, sagt Roberta Brucini von Boldrini.
„Bei uns dreht sich alles ums Entdecken neuer Labels. Kuratierung ist für uns der Schlüssel. “
Ciro Di Lanno, Co-Gründer Mirta


Für seine Dienste kassiert der Mirta-Marktplatz eine Kommission, die sich an den Mengen bemisst. 2021 belief sich das Bruttowarenvolumen auf 5,5 Mio. Euro. Tendenz steigend. Mit Alexander Samwer, der mit seinen Brüdern Rocket Internet gründete und heute die Beteiligungsgesellschaft Arvantis führt, und dem Ex-COO von Yoox Net-a-Porter Alberto Grignolo hat Mirta prominente Geldgeber gewonnen. Die Wette lautet: Maxi-Wachstum mit Mini-Labels.
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