Der österreichische Modehandel nach dem Ende des Shutdown

Österreich: Normale Umsätze in der zweiten Woche nach dem Restart

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Seit dem Ende des Shutdowns sind österreichische Einkaufsstraßen wie die Wiener Mariahilferstraße wieder gut gefüllt. Die Umsätze blieben aber zuletzt unter den Erwartungen.
Seit dem Ende des Shutdowns sind österreichische Einkaufsstraßen wie die Wiener Mariahilferstraße wieder gut gefüllt. Die Umsätze blieben aber zuletzt unter den Erwartungen.

Zwei Wochen nach der Wiedereröffnung der Geschäfte war der erste Schwung auch schon wieder vorbei. Der Handel ist wieder am Niveau der üblichen Februar-Umsätze angelangt.

War die erste Verkaufswoche nach sechswöchigem Corona-Shutdown noch von Nachholkäufen und in etwa doppelt so hohen Umsätzen wie sonst im Februar üblich geprägt, beruhigte sich das Geschäft bereits in Woche zwei wieder. So sei der Samstag mit einem "normalen", guten Einkaufssamstag vor der Corona-Krise vergleichbar gewesen, bilanziert Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands. "Durch wegfallende Einmaleffekte blieben die Umsätze jedoch hinter jenen der Vorwoche", bilanziert Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands. Das gelte für den Samstag ebenso wie für die gesamte zweite Einkaufswoche.

Nur "passable Umsätze" im Modehandel

Besonders in Ostösterreich haben die lauen Temperaturen am Samstag in den Einkaufsstraßen zu stärkeren Passantenfrequenzen geführt. In Wien waren etwa Graben und Kärntner Straße besonders gut besucht. Auch die Shopping-Center und Innenstädte der Bundesländer melden gute Geschäfte, wobei es im Modebereich verhaltener lief als in anderen Branchen.
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"Eine unglaubliche Welle der Loyalität"

Bei dem österreichischen Filialisten Fussl sind die Kunden nach dem Lockdown zurückgekommen. Und wie. „Die Umsätze liegen deutlich über den Erwartungen“, sagt Mitinhaber Karl Mayr. Natürlich gebe es die Angst vor einer weiteren möglichen Schließung. "Aber im Moment ist die Freude, dass wir unsere Winterware verkaufen können 1000 mal größer als die Furcht vor dem vierten Lockdown.“

Schlangenbildungen wie in den ersten verkaufsoffenen Tagen sowie am ersten Samstag waren in den letzten Tagen nur noch sehr vereinzelt zu sehen. Unterm Strich hätten die Schuh- und Modehändler aus dem Mitgliederkreis "passable Umsätze" gemeldet, teilt der Handelsverband mit.

"Ein Desaster" in den Wintersport-Hochburge

In Tourismusregionen blieb der Handel jedoch weiterhin schwach, in den Wintersport-Hochburgen sogar "ein Desaster", wie es Will ausdrückt. Nur gedämpften Optimismus spürt man derzeit vor allem bei Händlern in Salzburg, Tirol und Vorarlberg, aber auch die vom Tourismus abhängigen Betriebe in der Wiener Innenstadt leidet weiterhin. "So lange die Gastro nicht geöffnet ist und besonders in der inneren Stadt die Touristen fehlen, wird auch der Handel vor Herausforderungen stehen", formuliert es Margarete Gumprecht, Handelsobfrau der Wirtschaftskammer Wien.

Dieser Text erschien zuerst auf www.textilzeitung.at.

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