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Nach dem Lockdown in Großbritannien

„Tausende Stores werden nie wieder eröffnen“

Kein Umsatz, aber die Kosten bleiben. Die Schließung aller Bekleidungsgeschäfte im Zuge der Coronavirus-Krise wird eine Schneise im britischen Einzelhandel schlagen. Die Experten vom Centre for Retail Research, Norwich, gehen davon aus, dass tausende Stores nie wieder eröffnen werden, da sie schon vor dem Ausbruch der Epidemie unter starkem Druck standen, aufgrund schwacher Kundennachfrage, hoher Business Rates und rapide wachsender Online-Konkurrenz.

Der Report “Coronavirus: Lost Lives, Lost Stores and Lost Jobs“ prognostiziert, dass bis zum Ende dieses Jahres 20.620 Einzelhandelsgeschäfte in Großbritannien endgültig ihre Schotten dicht gemacht haben. Ein massiver Anstieg im Vergleich zu den 4547 Store-Schließungen 2019. „Wir gehen davon aus, dass große Einzelhandelsunternehmen jetzt genau prüfen, wie viele Stores sie im Jahr 2021 und darüber hinaus betreiben werden, um weiter erfolgreich sein zu können,“ sagt Professor Joshua Bamfield, Director des Centre for Retail Research.

Mit einer moderaten Erholung sei zu rechnen, wenn die Schließungen aufgehoben werden und womöglich im Spätsommer wieder Geld ausgegeben wird. Wegen der Store-Schließungen, aber auch weil die Retailer die Kosten reduzieren, ist laut Professor Bamfield 2020 mit einem Verlust von bis zu 235.714 Arbeitsplätzen zu rechnen. Die Aussetzung der Business Rates für ein Jahr,  die von der britischen Regierung bekanntgegeben wurde, werde aber wohl noch mehr Store-Schließungen verhindern.
„Wir gehen davon aus, dass große Einzelhandelsunternehmen jetzt genau prüfen, wie viele Stores sie im Jahr 2021 und darüber hinaus betreiben werden, um weiter erfolgreich sein zu können.“
Professor Joshua Bamfield, Director des Centre for Retail Research
Für Supermärkte wird 2020 laut Report wohl das beste Jahr seit 2011 sein, weil die Verbraucher in Krisenstimmung ihr Vorräte aufbauen und auch Panikkäufe tätigen. Um der gestiegenen Nachfrage entsprechen zu können, werden im Supermarkt-Sektor wohl bis zu 45.000 neue Mitarbeiter eingestellt, aber nicht permanent. Mit einem Umsatz von 384 Mrd. Pfund im vergangenen Jahr und 2,9 Millionen Beschäftigten sowie weiteren 500.000 Mitarbeitern in Distribution und anderen Retail Services ist der  Retail-Markt ein bedeutender Teil der britischen Wirtschaft.
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