Nach dem zweiten Shutdown in Österreich

Durchwachsene Bilanz der ersten Handelswoche

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Nach dem Ende des österreichischen Shutdowns füllten sich die Einkaufsstraßen wieder schnell, zum Beispiel in der Favoritenstraße in Wien. Die Handelsumsätze fielen aber niedriger aus als erwartet.
Nach dem Ende des österreichischen Shutdowns füllten sich die Einkaufsstraßen wieder schnell, zum Beispiel in der Favoritenstraße in Wien. Die Handelsumsätze fielen aber niedriger aus als erwartet.

Die erste Woche seit der Wiedereröffnung des stationären Non-Food-Handels blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück. Auch der Samstag war mit dem einer normalen Woche vergleichbar.

Der Handel ist zwar wieder vom Shutdown ausgenommen. Doch in der Normalität ist man noch lange nicht angekommen. Das zeigte die erste Verkaufswoche. "Zwar verzeichnen viele Händler wieder ähnliche Umsätze wie vor dem harten Shutdown. Von den erhofften Nachholeffekten kann jedoch in den meisten Segmenten keine Rede sein", fasste der österreichische Handelsverband die Rückmeldungen seiner Mitglieder zusammen. Im Sechs-Tage-Vergleich war der Montag mit Abstand am umsatzstärksten, der verkaufsoffene Feiertag Maria Empfängnis (8.12.) sehr enttäuschend und Mittwoch bis Freitag auf einem stabilen Niveau. Zu dem im Vorfeld teils erhofften, teils befürchteten Kundenansturm kam es jedenfalls nicht.

Mode ein Viertel unter dem Vorjahr

Moderate Zuwächse (im Vorjahresvergleich) verzeichnete diese Woche laut Handelsverband u. a. der Handel mit Spielwaren, Bekleidung und Einrichtungsgegenständen. Dezidiert ausgenommen davon seien Geschäfte in Tourismusgebieten und Einkaufszentren. »Gastronomie und Hotellerie fehlen dem Handel weiterhin sehr.

"In den Einkaufszentren drückt die verkürzte Aufenthaltsdauer der Kunden die Umsätze nach unten", bedauert Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes. Dazu komme die allgemeine Verunsicherung der Konsumenten. "Konsum ist Psychologie. Erst wenn wir Verbraucher wieder einen gewissen Optimismus haben, gehen wir gerne shoppen. Daher müssen wir dringend ein Klima der Zuversicht erzeugen", sagt Will.

Über den Einkaufssamstag zog Rainer Trefelik, Handelsobmann in der Wirtschaftskammer (WKO), gegenüber der Tageszeitung "Kurier" eine verhaltene Bilanz: "Die Frequenz war okay, der Umsatz weniger." Der Tag sei der bisher beste im Weihnachtsgeschäft, aber eher mit einem normalen Samstag vergleichbar als mit dem dritten Weihnachtseinkaufssamstag des Vorjahres. Modehändler würden Rückgänge von 20 bis 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr melden.

SES: Gute Umsätze trotz schlechter Frequenz

Der Einkaufszentrenbetreiber SES (Spar European Shopping Centers) zeigte sich in seinem Statement vorsichtig optimistisch: "Nach einem ruhigen Start mit einem 8. Dezember, der unter aller Erwartungen blieb, vermelden die Händler in den österreichischen SES-Shopping-Centern seit der Wochenmitte eine zufriedenstellende Umsatzentwicklung und hohe Durchschnittseinkäufe", heißt es beim österreichischen Shopping-Center-Marktführer.

"Seit Donnerstag nahm die Frequenz in den Malls spürbar zu, lag aber weit unter den gewohnten Vorweihnachtsfrequenzen. Eher auf dem Niveau einer normalen Woche während des Jahres." Umso erfreulicher sei die Rückmeldung der Händler über gute Umsätze und hohe Durchschnittseinkäufe, wobei der Nachholeffekt für die durch den Lockdown entgangenen Umsätze noch auf sich warten lasse.

Gut lief es in den SES-Zentren laut der Aussendung vor allem für den Schuh-, den Elektro- und den Buchhandel. Mode ist trotz der hohen Preisnachlässe nur ein Randthema: "Im Textilhandel ist noch eine Kaufzurückhaltung der Kunden zu bemerken. Auch die ersten Abverkäufe laufen schleppend an."

Wie wenig Mode derzeit gefragt ist, zeigt auch die Rückmeldung aus dem Designer Outlet Parndorf: Laut Centermanager Mario Schwann waren am Shopping-Wochenende die Läden aus dem Bereich Beauty sowie die Kategorien Sportkleidung & Outdoor, Haushaltsartikel und Accessoires besonders begehrt. Die Stammkompetenz des Designer Outlets, die Mode, fehlt in der Aufzählung.

Dieser Text erschien zuerst auf www.textilzeitung.at.

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