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Nach Kursrutsch an der Börse

LVMH: Kein Schnäppchen bei Tiffany

Imago images / Zuma Wire
Tiffany-Store in Paris. Die Läden sind geschlossen.
Tiffany-Store in Paris. Die Läden sind geschlossen.

Die Covid-19-Pandemie hat der Luxusindustrie enorme Kursverluste beschert. Auch Tiffany ist weniger wert. Doch der Luxuskonzern verspricht, sich an den im November 2019 vereinbarten Preis zu halten. Mit Spannung wird jetzt auf EssilorLuxottica und Grandvision geblickt.

Der Luxuskonzern LVMH hält an dem Kauf von Tiffany zu den ursprünglichen Konditionen fest – und nutzt den Rutsch an den Aktienmärkten nicht dazu aus, den Kaufpreis zu senken. Demnach wird die von CEO Bernard Arnault geführte Gruppe nach wie vor 135 Dollar je Aktie und damit 16,2 Mrd. Dollar (15 Mrd. Euro) für den New Yorker Juwelier hinblättern.


„Es kursierte das Gerücht, dass LVMH in Betracht ziehe, Tiffany-Aktien auf dem Markt zu kaufen. Das veranlasst uns, daran zu erinnern, dass sich LVMH basierend auf der mit Tiffany geschlossenen Vereinbarung vom November 2019 verpflichtet, keine Tiffany-Aktien zu kaufen“, teilte LVMH mit.

LVMH dementiert damit einen Bericht von Bloomberg. Die Nachrichtenagentur hatte behauptet, dass der Luxuskonzern erwäge, Tiffany-Aktien im freien Handel zu kaufen. Seitdem das Coronavirus zu einer weltweiten Pandemie geworden ist, haben die Luxusfirmen erheblich an Wert verloren. Die Tiffany-Aktie rutschte zeitweise auf fast 110 Dollar ab. Aktuell notiert sie bei knapp 127 Dollar.

Bereits vor der Covid-19-Krise hatte Tiffany zu kämpfen. Im Geschäftsjahr 2019 stagnierte der Umsatz bei 4,4 Mrd. Dollar. Der Nettogewinn verringerte sich um 8% auf 541 Mio. Dollar. Immerhin zeichnete sich eine leichte Aufwärtstendenz ab. Im Weihnachtsquartal kletterte der Umsatz um 3%.

Die Spekulationen rund um den Tiffany-Kauf zeigen auf, wie sehr die Covid-19-Pandemie die gesamte Mode- und Luxusindustrie durcheinanderwirbelt. Ein Aspekt dabei: Es wachsen die Zweifel an den Fusionen und Übernahmen, die vor Ausbruch der Pandemie angekündigt wurden, aber noch nicht abgeschlossen sind. Denn die Aktienkurse sind eingebrochen und lassen die ausgehandelten Preise jetzt zu hoch erscheinen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Käufer nachverhandeln.

Neben LVMH und Tiffany blicken viele Beobachter auf EssilorLuxottica und Grandvision. Der italienisch-französische Brillenkonzern, der aus der Fusion von Luxottica und Essilor entstanden ist, schickt sich, den Filialisten Grandvision für 7,1 Mrd. Euro zu übernehmen. Zwischenzeitlich rutschte der Grandvision-Aktienkurs fast 70% unter dem EssilorLuxottica-Angebot. Aktuell notiert die Aktie bei rund 24,50 Euro. Das ist immer noch deutlich unter der Offerte von 28 Euro. Der Preis ist nicht die einzige Hürde. Die EU-Wettbewerbsbehörde prüft den Kauf, ein längeres Verfahren bahnt sich an.

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