Nach Umsatzplus 2019/20

PVH: Corona-Pandemie bremst Geschäftsentwicklung aus

Tommy Hilfiger
Tommy Hilfiger Frühjahr/Sommer 2020
Tommy Hilfiger Frühjahr/Sommer 2020

Der US-Bekleidungskonzern PVH (u.a. Tommy Hilfiger, Calvin Klein) hat das vergangene Geschäftsjahr mit einem Umsatzplus abgeschlossen. Allerdings werde die Corona-Pandemie nun erhebliche Auswirkungen auf das Geschäft haben, teilte das New Yorker Unternehmen mit. Eine Prognose für das laufende Jahr will der Konzern deshalb nicht abgeben.

PVH hat das Geschäftsjahr 2019/20 (2.2.) mit einem Umsatzplus von 3% gegenüber dem Vorjahr abgeschlossen. Auf 9,9 Mrd. US-Dollar (9,11 Mrd. Euro) konnte das New Yorker Unternehmen zulegen. Währungsbereinigt lag das Plus bei 5%. Allerdings schrumpfte der Nettogewinn von PVH von 746,4 auf 417,3 Mio. Dollar.


Bei Tommy Hilfiger und Calvin Klein habe sich das Geschäft in den meisten Regionen im vergangenen Jahr zunehmend dynamisch entwickelt, erklärte Chairman und CEO Emanuel Chirico. Die Vorweihnachtszeit sei stark gewesen. Um über 8% (währungsbereinigt 11%) auf 4,71 Mrd. Dollar konnte Tommy Hilfiger in den zwölf Monaten zulegen – laut PVH unter anderem angetrieben vom Europa-Geschäft. In Nordamerika hingegen sank der Umsatz um 6% auf vergleichbarer Fläche. Vor allem in Touristen-Destinationen seien die Erlöse zurückgegangen.

Der Umsatz von Calvin Klein ging um rund 2% auf 3,67 Mrd. Dollar zurück, währungsbereinigt konnte das Unternehmen allerdings ein Plus von 1% erzielen. In Europa sei das Wachstum solide. Das Segment Heritage Brands (u.a. Van Heusen, Izod) verzeichnete ein Minus 3% auf 1,53 Mrd. Dollar. Dies sei vor allem dem schwachen Wohlesale-Geschäft in Nordamerika geschuldet.

Geschäft im ersten Quartal bricht weg

Im laufenden Geschäftsjahr werde das Business stark von der Corona-Krise beeinflusst. Die Bedenken aufgrund der Pandemie, die sinkende Reisetätigkeit, vorübergehende Ladenschließungen und die Einschränkungen von Seiten der Regierung hätten im ersten Quartal 2020/21 zu einem starken Rückgang der Frequenz, der Ausgaben von Verbrauchern sowie zu kompletten Umsatzrückgängen in den Stores der Gruppe in praktisch allen Schlüsselmärkten geführt, teilt das Unternehmen mit. Und in ähnlicher Weise wirke sich die Situation auf die Wholesale- und Lizenz-Partner aus.

Darüber hinaus seien die Lieferketten des Konzerns und der Partner unterbrochen worden und könnten auch in Zukunft wegen geschlossener Fabriken oder reduzierten Belegschaften in der Produktion beeinflusst werden.

Keine Prognose

„Es besteht erhebliche Unsicherheit über Dauer und Ausmaß der negativen Auswirkungen der Pandemie auf das Unternehmen sowie seine Geschäftspartner“, erklärt PVH. Man werde die Situation weiter beobachten, allerdings könne die Corona-Krise das Geschäft in einer Weise beeinflussen, die heute nicht vorhersehbar sei. Deshalb werde der Konzern keine Prognose für das erste Quartal und das ganze Jahr 2020 abgeben.


„Ich denke, wir befinden uns in einer soliden finanziellen Lage, um Covid-19 und diese Phase beispielloser Volatilität zu überstehen.“
PVH-Verwaltungsratschef und CEO Emanuel Chirico
Darüber hinaus könnten laut PVH, je nach Dauer und Ausmaß der Pandemie, die negativen Auswirkungen auf das Betriebsergebnis, die Finanzlage und den Cashflow des Unternehmens 2020 ebenfalls erheblich sein, u.a. durch überschüssige Lagerbestände und Schwierigkeiten bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Um die „finanzielle Flexibilität des Unternehmens zu sichern“, seien bereits eine Reihe von Maßnahmen ergriffen worden. So sei u.a. das Aktienrückkaufprogramm gestoppt und die Dividenden ab dem zweiten Quartal gestrichen worden. Zudem sollen die Investitionen reduziert werden. „Ich denke, wir befinden uns in einer soliden finanziellen Lage, um Covid-19 und diese Phase beispielloser Volatilität zu überstehen“, erklärt Chirico.

Der Konzernchef selbst hat sich einem Bericht des US-Senders CNBC zufolge selbst mit dem Virus infiziert. Er sei positiv getestet worden, allerdings habe er keine Symptome.

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