Nachbesserung am KfW-Kreditprogramm

Gesamtverband sieht 100% Staatshaftung als Rettungsanker

Die am heutigen Montag im Corona-Kabinett beschlossenen Nachbesserungen am KfW-Kreditprogramm, mit denen Kredite für mittelständische Firmen für eine begrenzte Zeit mit einer 100-prozentigen Staatshaftung abgesichert werden sollen, sieht der Verband textil-mode als Hoffnungsschimmer. Jetzt komme es darauf an, dass die Kreditanträge der Unternehmen schnell und unbürokratisch bearbeitet. Nötig zum Überleben seien auch nicht rückzahlbare Liquiditätshilfen.

Umsatzeinbruch um 85%

„Für viele unserer mittelständischen Betriebe ist es 5 vor 12", erklärt Uwe Mazura, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes textil+mode, der in den beschlossenen Nachbesserungen am KfW-Kreditprogramm zumindest einen Rettungsanker sieht. Angesichts der weiter geschlossenen Läden und des nahezu weltweit zusammengebrochenen Marktes für Mode und Textilien seien die Umsätze, vor allem bei den Bekleidungsunternehmen, um bis zu 85% und mehr eingebrochen. In einer aktuellen Umfrage gaben 80% der befragten mittelständischen Textilunternehmen an, bereits Kurzarbeitergeld angemeldet zu haben. Etwa 37% haben ihr Arbeitsvolumen bereits um mehr als die Hälfte gekürzt. 22 Prozent der Unternehmen könnten die Krise zu den aktuellen Bedingungen nur noch maximal vier Wochen durchstehen. Dann drohe eine Insolvenz.

Nach dem Vorbild von Österreich

"Unsere aktuelle Umfrage zeigt: Unsere mittelständischen Unternehmen brauchen die Hilfen jetzt und zwar dringend, sonst droht eine Pleitewelle. Für viele Unternehmen helfen Kredite nur begrenzt, sie brauchen jetzt unabhängig von den Nachbesserungen des KfW-Kreditprogrammes schnelle nicht rückzahlbare Liquiditätshilfen zum Überleben", so Mazura.  Außerdem sei es wichtig, so wie in Österreich Exit-Strategien aus dem Shutdown und Sicherheitskonzepte für die Wiedereröffnung von Läden zu konzipieren, damit der Handel wieder Bekleidung und andere Textilien verkaufen kann. "Was in Supermärkten, Baumärkten und Drogerien mit Sicherheitsabstand und anderen Maßnahmen möglich ist, kann auch in anderen Bereichen des Handels umgesetzt werden", erklärt Mazura.

Produktion von Schutzausrüstung

Der Umfrage zufolge habe bereits mehr als ein Drittel der mittelständischen Textilunternehmen angefangen, Mund-Nasen-Masken oder andere Schutzausrüstungen im Kampf gegen Corona herzustellen. "Trotz der dramatischen wirtschaftlichen Lage haben viele unserer Unternehmen mit großem Einsatz in den vergangenen Wochen daran gearbeitet, neue Lieferketten aufzubauen und Produkte zu entwickeln, die im Kampf gegen Corona an den verschiedensten Stellen hilfreich sind", resümiert Mazura. Mit der Förderung der Vliesstoffproduktion gehe die Bundesregierung hier einen ersten wichtigen Schritt. "Nur wenn wir genügend Vormaterialien haben, kann auch die Schutzausrüstung für das medizinische Personal produziert werden. Die Unternehmen der deutschen Textilindustrie wollen dazu ihren Beitrag leisten. Jetzt kommt es darauf an, dass die Bundesregierung ihre Beschaffung bündelt und mit konkreten Ansprechpartnern und weiteren Förderinstrumenten für die Unternehmen, die Produktion im Land ankurbelt. Nur so kann es gelingen, den immensen Bedarf an Schutzausrüstung für medizinisches Personal, aber auch für einfache Mund-Nasen-Masken für die Bevölkerung, sogenannte Community Masks, zu decken", fasst Mazura zusammen.

Österreich lockert den Shutdown

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