Neustart in Italien

Immuntests bei Prada für die Familie, Smart Working-Regeln bei Marzotto

Anna Catalano
Testen bei Prada: Ab sofort sind Krankenschwestern im Werk.
Testen bei Prada: Ab sofort sind Krankenschwestern im Werk.

Die Covid-19-Pandemie hat Italien hart getroffen. Jetzt lockert die Regierung die Vorschriften. Als Nächstes werden die Fabriken geöffnet. Die Modefirmen sind extrem vorsichtig und lassen sich von Virologen und Krankenhäusern beraten, um ja nichts zu riskieren.

In Italien hat der Ausstieg aus der Covid-19-Sperre begonnen. Den Anfang machen am 4. Mai die Fabriken, gefolgt vom Einzelhandel am 18. Mai. Von Normalität kann erst einmal keine Rede sein. Um ihre Mitarbeiter zu schützen, haben die Firmen detaillierte Sicherheitsprotokolle erarbeitet.


Maske und Handschuhe sind Pflicht: Neustart bei Prada
Anna Catalano
Maske und Handschuhe sind Pflicht: Neustart bei Prada
Die Luxusmarke Gucci hat für den Neustart den Virologen Roberto Burioni hinzugezogen, der an der Mailänder Universität San Raffaele lehrt und forscht. Die Luxusmarke Prada hat sich mit dem Krankenhaus Careggi zusammengetan. Die Weberei Marzotto hat sich von Professor Andrea Crisanti beraten lassen, der das Zentrum für Mikrobiologie und Virologie an der Universität Padua leitet.

„Die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter sind für uns entscheidend“, sagte Marzotto-CEO Davide Favrin. „Wir haben über alle Ebenen hinweg gearbeitet. Wir haben die Aufgaben umverteilt, damit der Mindestabstand von einem Meter zwischen den Personen gewahrt bleibt.“

Die Mode lässt große Vorsicht walten. Italien ist das Land Europas, das die Covid-19-Pandemie am härtesten getroffen hat. Die Regierung von Premierminister Giuseppe Conte verhängte einen im Vergleich zu Deutschland und anderen Ländern strengen Shutdown. Der Neustart ist nun mit großen Risiken behaftet, denn Italien hat in punkto Tests und dem Monitoring erheblichen Nachholbedarf.

Marzotto-CEO Davide Favrin
Marzotto
Marzotto-CEO Davide Favrin
Dementsprechend scheuen die Modefirmen keine Kosten und Mühen, um die Sicherheit ihrer Mitarbeiter zu gewährleisten. Ob Gucci, Prada oder Marzotto: Alle messen am Eingang Fieber, verteilen Handschuhe und Masken sowie stellen Spender mit Desinfektionsgel auf. Ist die Mensa bei Prada noch geschlossen, so darf sie bei Marzotto nur in Schichten betreten werden.

Allerdings unterscheiden sich die Methoden. Die Prada-Werke in der Toskana werden zweimal pro Tag desinfiziert. Zudem führen Krankenschwester Immun- und Virustests durch. Die Rede ist von 1000 Tests pro Woche. „Diese Zahl wird zunehmen, sobald die Produktion wieder die Kapazitätsgrenze erreicht“, teilte Prada mit. Jeder Mitarbeiter solle einmal im Monat überprüft werden. Werde jemand positiv getestet, werde auch die Familie einer Analyse unterzogen. Bezahlt werde das alles von der Firma, hieß es weiter.

Die Marzotto-Gruppe nimmt auch das in den Blick, was außerhalb der Fabrik passiert. Die Weberei hat genaue Vorschriften für das Smart Working von zu Hause verfasst. Zudem hat sie sich mit den Städten und Gemeinden zusammengesetzt, um den öffentlichen Nahverkehr sicherer zu machen.

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