Notbremse in der Insolvenz

Sør schließt ein Drittel der Läden

Erlinger
Sør: Für einen Teil der Stores sieht der Gläubigerausschuss keine Zukunft mehr. Hier ist Ende Juli Schluss.
Sør: Für einen Teil der Stores sieht der Gläubigerausschuss keine Zukunft mehr. Hier ist Ende Juli Schluss.

Ein laufendes Insolvenzverfahren in Kombination mit der Corona-Krise − das ist eine toxische Mischung: Sør Rusche, vor der großen Covid19-Welle in die Insolvenz gegangen, wird 18 seiner 57 Adressen schließen. Das hat der Gläubigerausschuss jetzt beschlossen.

Der "Lockdown seit März bis heute und die fortdauernde coronabedingte Konsumzurückhaltung" führten dazu, "dass die für eine weitergehende Sanierung notwendigen Umsätze nicht erwirtschaftet werden", schreibt das Management im Newsletter an die Belegschaft vom Dienstag.

50 Mitarbeiter würden ihre Stellen verlieren, wenn die betroffenen Filialen Ende Juli schließen, heißt es. Einige Woman-Standorte sollen mit den Herren-Filialen zusammengelegt werden. Gespräche mit Lieferanten und Vermietern laufen, ist zu hören.


Ziel sei es, den "wirtschaftlich soliden Kern des Unternehmens zu erhalten". Die Investorensuche geht dem Mitarbeiterbrief zufolge weiter. Zu den Hintergründen der Firmenkrise heißt es: "Die Redimensionierung ist die Konsequenz der über die vergangenen Jahre aufgelaufenen Leistungs- und Ertragsschwächen des Unternehmens, welche bereits im Februar die Anmeldung der Insolvenz notwendig gemacht haben."

Diese Sør-Filialen werden Ende Juli geschlossen: der Man-Store in Norderney, beide Krefelder Standorte, das Outlet Koblenz, Sylt (Woman), AEZ Hamburg, Ulm, Stuttgart, Flughafen Köln, Hannover (Rathenaustrasse), Nürnberg, Mannheim, Flughafen Hamburg (Woman) und Trier.

Diese Woman-Standorte werden in die Man-Stores integriert: Bremen, Garmisch-Partenkirchen, Wiesbaden und Oldenburg.
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