Ohne Karstadt und Kaufhof

So sieht das neue Galeria Logo aus

Galeria Karstadt Kaufhof
 So sieht das neue Galeria-Logo aus.
So sieht das neue Galeria-Logo aus.

Es ist das Ende einer Ära – für den deutschen Einzelhandel und das Unternehmen selbst, aber auch für viele Verbraucher, die wahrscheinlich ihr Leben lang beim Einkaufsbummel die Kaufhäuser von Karstadt und Kaufhof besucht haben. Die Namen der traditionsreichen Warenhäuser, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen, verschwinden endgültig aus den deutschen Fußgängerzonen. Anstelle des Namens Galeria Karstadt Kaufhof, der seit dem Ende 2018 vollzogenen Zusammenschluss der beiden früheren Wettbewerber zum Einsatz kam, soll künftig nur noch Galeria genutzt werden. Das neue Logo steht bereits – und soll nun schrittweise an den 131 Warenhäusern angebracht werden.

Ein kleines geschwungenes "g", das – umgeben von drei dem unteren Teil des "g" entliehenen Halbkreisen – zu einem blumenähnlichen Gebilde wird, soll zusammen mit dem in Großbuchstaben gehaltenen Unternehmensschriftzug "GALERIA" das neue optische Aushängeschild des Unternehmens werden.

Erstmals sichtbar wird der neue Look an den drei Filialen in Frankfurt, Kassel und Kleve, die zu sogenannten Pilotfilialen für die drei auserkorenen Warenhaus-Kategorien Weltstadthaus, regionaler Magnet und lokales Forum umgebaut werden sollen. Bis sämtliche Filialen in der neuen Galeria-Optik erstrahlen, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen. Der Umbau solle schrittweise erfolgen, heißt es bei dem Unternehmen. Ein konkretes Datum nennt Galeria Karstadt Kaufhof wenig überraschend nicht.

Einen Anhaltspunkt bieten aber die Investitionspläne des Konzerns. Dieser will für den Umbau rund 600 Mio. Euro ausgeben – und zwar in den nächsten drei bis vier Jahren. Davon sollen rund 200 Mio. Euro in die Digitalisierung und 400 Mio. Euro in die Modernisierung der 131 Warenhäuser fließen. Damit dürfte auch klar sein, dass der Rebranding-Prozess an den Warenhäusern nicht vor 2024 beziehungsweise 2025 abgeschlossen sein wird. Denn dass einzelne Filialen gleich mehrfach umgestaltet werden, erscheint unwahrscheinlich.

Der Umbau und die damit verbundenen Kosten sind für Galeria Karstadt Kaufhof kein Pappenstiel. Der Warenhauskonzern, der zur österreichischen Signa-Holding des Immobilieninvestors René Benko gehört, wurde von der Corona-Krise schwer getroffen und musste Anfang des Jahres mit einem Kredit des staatlichen Rettungsfonds WSF in Höhe von 460 Mio. Euro gestützt werden. Im Mai hatte das Unternehmen daher auch Verhandlungen mit den Vermietern seiner Filialen aufgenommen mit dem Ziel, Zugeständnisse bei den Mieten zu erreichen. Angeblich verhandelt das Unternehmen derzeit auch mit der Bundesregierung über einen weiteren Kredit.

Dieser Text erschien zuerst auf www.horizont.net.
stats