Omnichannel-Pläne

Galeria will 2025 über 500 Millionen Euro online umsetzen

Hagen Seidel
Umbau: Noch ist es - wie hier die Filiale Schadowstrasse in Düsseldorf - "Karstadt", ab 27. Oktober heißen die Warenhäuser der Signa-Kette "Galeria". Der Plan ist allerdings, dass das E-Commerce-Geschäft einen immer größeren Anteil zum Gesamtumsatz beisteuert.
Umbau: Noch ist es - wie hier die Filiale Schadowstrasse in Düsseldorf - "Karstadt", ab 27. Oktober heißen die Warenhäuser der Signa-Kette "Galeria". Der Plan ist allerdings, dass das E-Commerce-Geschäft einen immer größeren Anteil zum Gesamtumsatz beisteuert.

Die Warenhauskette Galeria möchte einmal mehr zum Omnichannel-Unternehmen werden. Bis 2025 wolle man "den E-Commerce-Umsatz auf mehr als 500 Mill. Euro steigern", sagte Unternehmens-Chef Miguel Müllenbach der WirtschaftsWoche. Bis dahin hat das Signa-Unternehmen allerdings noch einen weiten Weg zu gehen: "2020 lagen wir noch bei 130 Mio. Euro, in diesem Jahr werden wir im Onlinehandel die Umsatzmarke von 200 Mio. Euro knacken", so Müllenbach.

Schon in den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Ankündigungen aus Essen gegeben, den Umsatzanteil des Onlinegeschäftes maßgeblich steigern zu wollen - bisher jedoch ohne durchschlagenden Erfolg. Jetzt habe Müllenbach "die Digitalisierung zur Chefsache gemacht", sagte Karin Busnel-Knappertsbusch, seit einem Jahr Chefin von Category Management und Einkaufsteuerung bei Galeria Karstadt Kaufhof, der TW vor wenigen Wochen.

Am 27. Oktober will das Unternehmen mit überarbeitetem Konzept und dem neuen Namen "Galeria" in den Markt starten, etwa mit den stationären Pilotstandorten in Frankfurt, Kassel und Kleve, die die drei Größen-Cluster der Häuser repräsentieren. Gleichzeitig geht "ein komplett neuer Online-Auftritt mit neuen Funktionalitäten samt darauf abgestimmtem Fulfilment" online, hatte Busnel-Knappertsbusch in der TW angekündigt.



Ihr Chef Müllenbach räumt in der WirtschaftsWoche ein, dass es mit mit der Verfügbarkeit der Waren zuletzt noch "große Probleme" gegeben habe: Zu Spitzenzeiten hätten danach rund 65% der online bestellten Artikel direkt aus den Filialen versendet werden müssen, weil das Zentrallager dazu nicht in der Lage gewesen sei. 100 Mio. Euro Investitionen seien in den kommenden Jahren für den Omnichannel-Bereich eingeplant, wiederholte Müllenbach frühere Ankündigungen.

Galeria-Chef Miguel Müllenbach.
Signa
Galeria-Chef Miguel Müllenbach.
Unabhängig von hausgemachten Problemen mit dem Warenfluß verwies der Galeria-Chef darauf, dass coronabedingt "die Lieferketten im ganzen Handel nicht so reibungslos" funktionierten, "wie wir das sonst gewohnt waren."

Auch Busnel-Knappertsbusch hatte das im TW-Interview als "Riesenherausforderung" bezeichnet. "Manche Lieferanten haben damit kein Problem, andere kündigen vier bis sechs Wochen Verzögerung an. Die Einkaufsteams verwenden leider größere Teile ihrer Arbeitszeit darauf, diese Planungen ständig zu aktualisieren. Das ist ein täglicher Kampf", sagte die Einkaufschefin.

Über die Chancen, dass Galeria seinen 460-Mio.-Euro-Kredit des staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds zurückzahlen kann, äußerte sich Müllenbach in der WiWo optimistisch: "Unser Cash-Bestand liegt über Plan. Es besteht also kein Anlass, anzunehmen, dass wir Schwierigkeiten mit der Rückzahlung hätten", so der Unternehmenschef. Dem Blatt zufolge sollen bis Jahresende 50 MIo. Euro zurückgezahlt werden.

Müllenbach wies allerdings darauf hin, dass sich Deutschland weiterhin im Pandemie-Status befinde. Und die Diskussion um Maskenpflicht und Abstandsregeln "fördert nicht gerade die Kauflust". Offen sei deshalb auch, wie das diejährige Weihnachtsgeschäft verlaufen werde. Die letzten acht Wochen des Jahres sind insbeondere für Warenhäuser wegen des hohen Umsatzanteils oftmals entscheidend für die Bilanz des gesamten Jahres.
stats