Online-Handel mit gebrauchter Bekleidung

Das sind die größten Secondhand-Plattformen in Deutschland

Rebelle
Die Plattform Rebelle akquiriert ihre Ware niciht nur im Netz, sondern auch auf Ankaufs-Events, die bei stationären Modehändlern stattfinden.
Die Plattform Rebelle akquiriert ihre Ware niciht nur im Netz, sondern auch auf Ankaufs-Events, die bei stationären Modehändlern stattfinden.

Der deutsche Markt für Secondhand-Plattformen wird von Ebay und Vinted angeführt. Rebelle und Vestiaire Collective haben sich auf Luxusmode spezialisiert. Mädchenflohmarkt konzentriert sich auf junge Frauen. Ein Überblick.

Vinted (ehemals: Kleiderkreisel und Mamakreisel)

  • Gründung: 2008 in Vilnius (Litauen)
  • Märkte: Deutschland, USA, Großbritannien, Frankreich, Österreich, Polen, Tschechien, Niederlande, Belgien, Luxemburg, Italien, Spanien und Litauen
  • Sortiment: über 300 Millionen Artikel auf allen europäischen Länderplattformen zusammen
  • Schwerpunkte: Damenbekleidung und Kinderbekleidung
  • Kernzielgruppe: vor allem Frauen zwischen 18 und 35 Jahren
  • Umsatz 2019: Transaktionsumsatz: 1,3 Milliarden. Im Schnitt kauft jedes Mitglied pro Jahr 14 Produkte.
  • Registrierte Nutzer: 9 Millionen in Deutschland, europaweit über 37 Millionen
  • Mitarbeiter: 600 in Vilnius, Berlin, Prag und Utrecht (300 mehr als 2019)
  • Gesellschafter: Lightspeed Venture Partners, Sprints Capital, Insight Venture Partners, Accel Partners und Burda Principal Investments (hat mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag investiert)
  • Alleinstellungsmerkmal: keine Gebühr für Verkäufer, integriertes Bezahlsystem mit Käuferschutz (gebührenpflichtig)
  • Geschäftsmodell: Integriertes Bezahlsystem. Nutzung ist freiwillig. Zudem Zusammenarbeit mit Affiliate Partnern sowie Online-Werbung von privaten Plattformverkäufern, großen Marken und Modehändlern.

    Mädchenflohmarkt

  • Gründung: 2012 von Maria Spilka, Peter Ambrozy und Thorsten Lückemeier in Stuttgart
  • Märkte: Deutschland und Österreich sowie – unter der Marke Pre Loved – Großbritannien, Frankreich, Italien, die Niederlande, Spanien und Polen
  • Sortiment: Kleidung, Taschen, Schuhe und Accessoires für Damen. Über 1 Million Artikel von mehr als 15.000 Marken, davon etwa 400.000 im eigenen Lagerhaus.
  • Kernzielgruppe: vor allem Frauen zwischen 25 und 35 Jahren
  • Umsatz: Umsatz ist 2020 um 30% auf eine zweistellige Millionen-Euro-Summe gestiegen. Seit April 2020 stellten Verkäufer im Vergleich zum Vorjahr 23% mehr Artikel zum Verkauf ein. Das führte zu einem Gesamtwachstum von über 50% bis März dieses Jahres. Für 2021 wird ein Umsatzplus von 60 bis 80% erwartet.
  • Gewinn: Break-Even wurde im Kernmarkt Deutschland erreicht
  • Registrierte Nutzer: fast 2 Millionen
  • Mitarbeiter: mehr als 160
  • Investoren/Gesellschafter: Gründer und Investoren wie Vorwerk Direct Selling Ventures und Catalpa, die rund 7 Mio. Euro in Mädchenflohmarkt gesteckt haben
  • Alleinstellungsmerkmal: Verkäufer können ihre Artikel entweder selbst einstellen oder den sogenannten Concierge Service nutzen. Die Kunden schicken dazu ihre Artikel an Mädchenflohmarkt, dessen Team dann die gesamte Abwicklung übernimmt: von der Prüfung von Qualität und Echtheit über die Produktbeschreibungen, Fotos, Lagerung bis hin zur Zahlungsabwicklung und den Versand.
  • Geschäftsmodell: Mädchenflohmarkt finanziert sich über die Verkaufsprovision. Für selbst eingestellte Artikel fallen 10% des Verkaufspreises an. Für Artikel des Concierge Services 40%, mindestens 9,90 Euro.
  • Ziel für 2021: Ausweitung der Kooperationen mit namhaften Händlern im Secondhand-Segement. Partner sind u. a. About You, Ebay und Breuniger.

Lager des Concierge-Services von Mädchenflohmarkt
Mädchenflohmarkt
Lager des Concierge-Services von Mädchenflohmarkt

Ebay Deutschland

  • Gründung: 1999
  • Geschäftsführer: Oliver Klinck
  • Sortiment: Breites Angebot für alle Altergruppen und Preislagen. Die Nachfrage nach bürotauglicher Bekleidung ist aufgrund der Corona-Krise leicht gesunken. Bequeme Bekleidung und Fitnessmode (z.B. Jogginghosen) werden unverändert nachgefragt. Es ist zudem ein positiver Trend im hochpreisigen Segment (z.B. Armbanduhren) zu erkennen.
  • Umsatz: Zweistelliges Wachstum bei den Verkäufen von gebrauchter Ware inklusive Mode. Seit 2014 hat sich die Gesamtzahl der von gewerblichen Händlern angebotenen Secondhand-Modeartikeln fast verdreifacht. Der Anteil gebrauchter Fashion Items am gesamten Modeangebot gewerblicher Händler ist im selben Zeitraum von 9% auf 21% gestiegen. Zu den größten Verkäufern von Secondhand-Mode gehören die Ebay-Shops von Buddy & Selly und Stylux. Alle 1,5 Minuten wird auf Ebay.de ein Secondhand-Kleid und ein "nicht brandneuer" Sneaker gekauft. Gebrauchte Jeans wechseln sogar alle 45 Sekunden und Secondhand-Pullover alle 24 Sekunden ihre Besitzer.
  • Geschäftsmodell: Nutzer stellen Angebote selbst ein und bezahlen Provisionen.
  • Registrierte Nutzer: 20 Millionen aktive Käufer über alle Bereiche hinweg

Rebelle

  • Gründung: 2003 durch Cécile Wickmann
  • Betreiber: Style Remains GmbH, Hamburg
  • Geschäftsführer: Max Laurent Schöneman
  • Märkte: Versand weltweit. Kernmärkte sind Deutschland, Österreich und die Schweiz, Italien, Niederlande und Großbritannien.
  • Sortiment: Über 150.000 Designer-Pieces von über 3.000 Luxus- und Premium-Brands. Zum Sortiment gehören Kleidung, Taschen, Schuhe und Accessoires für Damen. Mit Schwerpunkt auf Luxusmode-Marken wie Chanel, Hermès, Louis Vuitton und Prada.
  • Zielgruppe: hauptsächlich moderne, modeaffine Frauen zwischen 25 und 59 Jahren
  • Umsatz: Wachstum im hohen zweistelligen Prozentbereich im Jahr 2020
  • Gewinn: Break-Even im Jahr 2021 geplant
  • Nutzer: monatlich über zwei Millionen User weltweit
  • Mitarbeiter: 95, hauptsächlich im Headquarter in der Hamburger City.
  • Investoren/Gesellschafter: Friheden Invest und North East Ventures sowie verschiedene Investoren aus dem Privatsektor
  • Alleinstellungsmerkmale: An- und Verkauf von Designerstücken im Luxussegment zu bezahlbaren Preisen sowie Zugang zu vergriffenen Vintage- und Designerraritäten. Eine eigene Abteilung von Markenexperten prüft alle Designerstücke vor Versand auf Authentizität und Zustand. Privaten Verkäufern bietet der Rebelle Concierge Service die Möglichkeit, ihre Designerstücke einfach und zeitsparend zu verkaufen. Die Kundinnen schicken dazu ihre Designerteile an Rebelle, dessen Team dann den gesamten Verkaufsprozess übernimmt, inklusive Beschreibung, Fotos, Lagerung, Zahlungsabwicklung und Versand.
  • Geschäftsmodell: Verkäufer zahlen Kommissionen, die zwischen 17% und 33% schwanken. Dabei ist die Provision bei günstigen Artikeln prozentual höher als bei höherpreisigen. Der All-inclusive Concierge-Service kostet pro Artikel weitere 15 Euro.
  • Stationärhandel: Verkaufs-Events in Stores, darunter Dorothee Schumacher, Les Galeries Lafayettes, Uzwei, Westwing oder Mytheresa. Eigener Pop-up-Store 2017 in Hamburg. Außerdem etwa 150 gewerbliche Partnershops aus ganz Europa, die Rebelle heute als weiteren Absatzkanal nutzen.

Vestiaire Collectiv

  • Gründung: 2009
  • CEO: Max Bittner
  • Mitarbeiter: mehr als 400 in Frankreich, Deutschland, den USA und Hongkong
  • Mitglieder: mehr als 11 Millionen
  • Hauptmärkte: Europa, die USA, Hongkong, Singapur und Australien
  • Sortiment: mehr als 2,5 Artikel von 7000 Marken
  • Investoren: Kering, Condé Nast, Tiger Global Management, Eurazeo Growth, Idinvest, Fidelity International, Korelya Capital, Luxury Tech Fund LTF & Cuir Invest, Vitruvian, Balderton, Vaultier7, Ventech und CEO Max Bittner.

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