Online-Mode-Konzern setzt profitables Wachstum fort

Boohoo steigert Umsatz und Gewinn kräftig

Boohoo-Boom: Der E-Fashion-Konzern Boohoo ist im vergangenen Geschäftsjahr um 44% gewachsen. Am stärksten legte die Briten in Festlandeuropa zu. Das Young-Fashion-Label Nasty Gal hat seinen Umsatz mehr als verdoppelt. Der Konzern-Vorsteuergewinn erhöhte sich um 54%. An der Londoner Börse wurden die Zahlen bejubelt.

Die britische Boohoo Group hat ihre eigenen Erwartungen übertroffen. Der börsennotierte E-Fashion-Konzern, zu dem neben der Kernmarke Boohoo auch die Online-Modehändler Pretty Little Thing und Nasty Gal gehören, steigerte seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2020 (29. Februar) um 44% auf rund 1,23 Mrd. britische Pfund (1,4 Mrd. Euro).


Mitte Januar war die in Manchester ansässige Unternehmensgruppe noch von einer Wachstumsrate von 40 bis 42 % ausgegangen. Davor hatte die Prognose bei 33 bis 38 % gelegen. Der Vorsteuergewinn erhöhte sich um 54% auf 92,2 Mio. Pfund. Die Börsianer nahmen die Zahlen positiv auf: Der Kurs der Boohoo-Aktie stieg am Mittwochvormittag an der Londoner Börse in der Spitze um 6,81%.

Dazu muss man sagen, dass das Geschäftsjahr noch nicht von den Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinflusst wurde. Die britische Regierung hatte erst am 24. März Ausgangsbeschränkungen verhängt. Im Anschluss verzeichnete Boohoo nach eigenen Angaben einen „merklichen“ Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr. In den jüngsten Wochen habe sich die Performance aber verbessert. „Nun sehen wir ein verbessertes Wachstum der Verkäufe“, heißt es einer Pressemitteilung zum Geschäftsbericht.

Wegen der sich ständigen veränderten Situation sei es aber derzeit nicht angebracht, eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr abzugeben.  Die Gruppe habe aber Schritte unternommen, um die möglichen Risiken und Auswirkungen der Pandemie auf die eigene Geschäftstätigkeit so weit wie möglich einzuschätzen. Dabei habe der Konzern eine Reihe von Szenarien untersucht. Dazu gehören Nachfragerückgänge und Lagerschließungen. „Wir haben unsere Liquidität verschiedener Stresstests unterzogen, die diese Szenarien berücksichtigen“, teilt das Management mit, das nach eigenen Angaben auf Netto-Barmittel von 241 Mio. Pfund zurückgreifen kann.

Weitere wichtige Zahlen und Fakten des Geschäftsjahres 2020 im Überblick:

  • Die Märkte: Im Heimatmarkt Großbritannien wuchs Boohoo um 39%, im Ausland sogar um 51%. Dadurch stieg der Anteil des internationalen Geschäfts am Gesamtumsatz von 43 auf 45%. In Festlandeuropa legte Boohoo um 62% auf 188,42 Mio. Pfund zu, in den USA kletterten die Erlöse um 61 auf 263,62 Mio. Pfund.
  • Die Marken: Die Kernmarke Boohoo erhöhte ihren Umsatz um 38% auf 600,7 Mio. Pfund. Währungsbereinigt lag das Plus bei 39. Der Damenmode-Anbieter Pretty Little Thing wuchs um 38% auf 516,3 Mio. Pfund (währungsbereinigt: 39%). Das Young Fashion-Label hat seine Erlöse sogar verdoppelt, und zwar um 106% auf 98,8 Mio. Pfund. Die restlichen drei Labels trugen rund 19 Mio. Pfund zum Konzernumsatz bei. Dabei handelt es sich um die 2009 übernommenen Anbieter Miss Pap, Karen Miller und Coast. Die Umsätze von Miss Pap fließen seit April in die Bilanz ein, die von Karen Miller und Coast seit Oktober.
  • Die Kunden: Boohoo hat die Zahl seiner aktiven Kunden um 28 auf 8,9 Millionen erhöht. Bei Pretty Little Thing lag das Plus bei 26%, sodass der Versender Ende Februar über einen Kundenstamm von 6,3 Millionen Usern verfügte. Am stärksten legte Nasty Gal zu, und zwar um 88% auf 1,8 Millionen aktive Kunden.
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