Premium-Händler C. Wirschke startet E-Commerce

"In 10 Tagen haben wir das hochgezogen"

Clemens Wirschke
Clemens Wirschke: "Vielleicht sind die Investitionen jetzt zu hoch. Aber nichts zu machen, wäre sicherlich der größte Fehler gewesen."
Clemens Wirschke: "Vielleicht sind die Investitionen jetzt zu hoch. Aber nichts zu machen, wäre sicherlich der größte Fehler gewesen."

Clemens Wirschke, Geschäftsführer bei C.Wirschke in Düsseldorf, geht dieser Tage im Hauruck-Verfahren ins Netz. Mit dem Online-Shop Wirschke.com will sich der Premium- und Luxusmode-Händler gegen die Null-Umsätze stemmen. Der Unternehmer spricht im TW-Interview über das Projekt und erklärt, warum er trotz der Kosten Chancen sieht.

TextilWirtschaft: Herr Wirschke, was hat Sie dazu bewogen jetzt den Online-Start zu wagen?
Clemens Wirschke: Wir haben mit dem Gedanken schon lange gespielt. Die ganze Situation jetzt hat einfach nur den Anstoß gegeben, das jetzt durchzuziehen. Das alles ist natürlich mit Risiken verbunden. Vielleicht sind die Investitionen jetzt zu hoch. Aber nichts zu machen, wäre sicherlich der größte Fehler gewesen.

Wie kann man sich so ein Projekt in diesen Zeiten vorstellen?
Wir haben einfach losgelegt. Ohne Anspruch, alles auf Anhieb perfekt zu machen. Gemeinsam mit dem Fotografen Kai Weissenfeld und seiner Agentur Hunter & Prize haben wir das jetzt innerhalb von zehn Tagen hochgezogen. Wir kennen uns schon von Shootings für unser Lookbook. Die Mitarbeiter sind auch als Online-Models mit dabei. Das Team kennt sich schon gut. Das hilft. Im ersten Schritt sollen nun rund 400 Artikel online gehen. Ich habe in den letzten Tage viele Fotos und Texte von zu Hause aus hochgeladen.

Auf welche Produkte haben Sie zum Start gesetzt?
Eher klassisch konnotierte, für online oft etwas kompliziertere Produkte wie Anzüge und Sakkos lassen wir momentan noch außen vor. Die, die jetzt wichtig sind, sind natürlich Namen, die bei den Kunden bekannt sind. Wir werden deshalb unter anderem mit Ami, Herno, Jacob Cohen, PT01 und Santoni starten.

Und die haben nichts dagegen?
Das ist eine Ausnahmesituation. Nichtsdestotrotz habe ich mit allen Lieferanten vorher telefoniert und sie sind einverstanden.

Wie läuft das mit dem Verpacken, Verschicken?
Die Mitarbeiter kümmern sich abwechselnd im Laden ums Verpacken und Verschicken der Ware. Wir haben passende Kartons bestellt und können jetzt loslegen. Versenden werden wir das Ganze über UPS. Die Düsseldorfer Kunden werden wir persönlich beliefern, aber das haben wir schon vorher oft gemacht.

Lohnt sich das alles überhaupt?
Es ist eine Investition in die Zukunft und wir wollten ohnehin vielleicht den Weg mal beschreiten. Durch die derzeitigen Probleme bei wichtigen Playern wie Mr Porter oder Net-a-porter, die nichts ausliefern können, sind neue Chancen hinzugekommen. Es geht darum, keine Null-Umsätze zu fahren, Kunden weiter zu binden, Service zu zeigen, einfach da zu sein. Das sind alles Faktoren, die für uns zählen. Gerade jetzt wollen wir für unsere Kunden da sein.

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