Pilot gestartet

Outletcity Metzingen wird Plattform

Holy Group
Die Outletcity Metzingen öffnet ihren Onlineshop für Fremdmarken
Die Outletcity Metzingen öffnet ihren Onlineshop für Fremdmarken

Deutschlands größtes und wohl bekanntestes Outlet, die Outletcity Metzingen, steigt ins Marktplatzgeschäft ein. Die Testphase läuft unter anderem mit Seidensticker. Im Fokus weiterhin: Fashion. Langfristig sollen Schmuck, Uhren, Beauty und Home & Living dazukommen.

Seit 2012 gibt es bereits einen Online-Shop. Durch das neue Geschäftsmodell möchten die Outlet-Macher auch externe Marken anbinden. Übergeordnetes Ziel: beschleunigtes Wachstum und Steigerung der Conversion Rate. "Wir haben festgestellt, dass wir mit unserem Modell an gewisse Grenzen kommen, und das Wachstum des Shops so erheblich beschleunigt werden kann. Das Marktplatzmodell ist daher ein nützlicher Hebel, um uns gegenüber den Wettbewerbern abzugrenzen", so Stefan Hoffmann, Managing Director Digital & Customer der Outletcity. Pilot-Partner sind Seidensticker, Dreimaster und Schmuddelwedda.

In der Testphase werden nun zentrale Prozessketten geprüft, um beispielsweise die zeitnahe Verarbeitung von Retouren sicherstellen zu können oder um den Customer Service in die neuen Marktplatz-Anforderungen einzulernen. "Die Herausforderung im Marktplatzgeschäft besteht darin, ein neues Geschäftsmodell in ein bestehendes Wholesale Business einzubinden. Dies beginnt mit der Auswahl des passenden, rechtlichen Modells. Desweiteren gilt es, Abhängigkeiten zu beachten, die von der IT-Infrastruktur über Kundenbeziehungen bis zu bestehenden Prozessen verschiedenster Arten reichen", sagt Hoffmann.

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Der Online-Shop führt im Schnitt rund 100.000 Produkte. Künftig sollen 30% der Waren über das Marktplatzmodell angeboten werden. Im Fokus weiterhin: Fashion. Langfristig sollen Schmuck, Uhren, Beauty und Home & Living dazukommen.

Die Outletcity Metzingen übernimmt die Kommunikation mit den Kunden, den Verkaufsabschluss sowie den Customer Support. Der Markenpartner ist für den Versand seiner Ware aus dem eigenen Lager sowie die Retourenabwicklung zuständig. Für das Aufsetzen der technischen Infrastruktur und den standardisierten Onboarding-Prozess zeichnet das Software-Unternehmen Tradebyte verantwortlich.

Die Vision gab es wohl bereits vor zehn Jahren. "Da dem stationären Geschäft der Outletcity ein Marktplatzmodell zugrunde liegt, hatte Wolfgang Bauer (Anm. d. Red.: Vorstandsvorsitzender der Holy AG, Betreiber der Outletcity) die Vision von einem Online-Marktplatz bereits vor dem Launch des Online-Shops 2012. Die Marktgegebenheiten waren zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht ausgereift", sagt Mathias Burkert, Head of Marketplace bei der Outletcity Metzingen. Und jetzt sind sie reif? "Mit Zunahme der Marktplatzaktivitäten im Full Price-Segment ist es naheliegend, das Thema als Europas führendes Outlet jetzt aufzugreifen."

Künftig soll auch die Integration der stationären Angebote auf dem Marktplatz möglich sein. Das Ship-from-Store-Modell wurde von Anfang an mitgedacht. Was das Aufsetzen der Plattform gekostet hat und wie hoch der Etat für SEO und Marketing ist, darüber gibt die Holy AG keine Auskunft. "Mit einem zusätzlichen Geschäftsmodell ergeben sich neue und veränderte Prozessabläufe im ganzen Unternehmen. Zudem ergeben sich größere technische Anpassungen am Produktdatenmodell", sagt Burkert. "Ein Marktplatz zu werden, ist daher nicht nur eine technische Herausforderung, sondern ein unternehmensübergreifender Change-Prozess."
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