Premium-Label in der Insolvenz

Laurèl jetzt doch in Kurzarbeit

Laurèl
Laurèl CEO Dirk Reichert: "Wir führen den Geschäftsbetrieb uneingeschränkt weiter."
Laurèl CEO Dirk Reichert: "Wir führen den Geschäftsbetrieb uneingeschränkt weiter."

Nach einer internen Einigung mit dem Betriebsrat bleibt das Münchner Premium-Label handlungsfähig. Die Investoren-Suche läuft weiter.

Das war knapp: Nachdem die IG Metall zuletzt der von Laurèl beantragten Fristverkürzung auf Kurzarbeitergeld nicht zustimmen wollte, konnte das Unternehmen jetzt eine interne Einigung mit dem Betriebsrat erzielen. Rückwirkend für Ende März gehen jetzt 37 der gut 100 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Jetzt wird das Kurzarbeitergeld von 60 bzw. 67% gezahlt, ohne eine wie von der IG Metall geforderte Aufstockung. „Wir konnten uns intern mit dem Betriebsrat auf diese Regelung einigen. Es ist ja abstrus, dass jemand von außen da Einspruch einlegt“, erklärt Laurèl-Geschäftsführer Dirk Reichert. „Schließlich hilft uns jede Einsparung im aktuellen Überlebenskampf“, so Reichert weiter. Grundsätzlich arbeite man daran, den Geschäftsbetrieb uneingeschränkt weiter zu führen, um den Investorenprozess nicht zu gefährden.


Derzeit stehe man mit vier Parteien in Verhandlungen, ergänzt Insolvenzverwalter Christian Gerloff. „Das Interesse der Investoren ist nach wie vor da. Wir hoffen, dass wir im Laufe des Aprils zu einer Lösung kommen. Wenn Corona nicht dazwischen gekommen wäre, wären wir wahrscheinlich schon durch. Aber so ist es mit Verhandlungen allein schon aus organisatorischen Gründen etwas komplizierter. Aber ich bin nach wie vor optimistisch, dass wir in den kommenden Wochen zu einem Abschluss kommen.“ Dabei handelt sich es wohl überwiegend um ausländische Interessenten, die nicht nur in der Modebranche investiert sind.

Unterdessen laufe die Produktion der Herbstkollektion 2020 wie geplant. „Das ist alles sicher“, sagt Reichert. Die Auslieferung sei nicht gefährdet. Auch bei der Entwicklung der neuen Frühjahrskollektion 2021 liege man im Plan.

stats