Prominente TW-Leser: Susanne Schwenger

"Ich bin wirklich ein Hardcore-Fan"

Marc O'Polo
Susanne Schwenger: "Auf dem TW-Forum – und übrigens auch auf dem TW-Titel - würde ich mir eine höhere Frauenquote wünschen. Aber dafür muss natürlich zunächst auch die Branche an sich etwas verändern."
Susanne Schwenger: "Auf dem TW-Forum – und übrigens auch auf dem TW-Titel - würde ich mir eine höhere Frauenquote wünschen. Aber dafür muss natürlich zunächst auch die Branche an sich etwas verändern."

Die Qualität ihrer Leser macht die Stärke einer Zeitung aus, sagt man. Deshalb stellen wir Ihnen immer hier eine Leserin, einen Leser persönlich vor. Heute: Susanne Schwenger, Chief Product Officer bei Marc O'Polo.

TextilWirtschaft: Wissen Sie noch, wann und wo Sie zum ersten Mal die TW gelesen haben?
Susanne Schwenger: Das Interesse an der TW ist sozusagen familiär begründet. Meine Familie führt seit 60 Jahren einen Stoffbetrieb in Memmingen. Ich bin quasi zwischen den Stoffballen aufgewachsen und schon als Kind mit meinem Vater zum Einkaufen nach Italien gefahren. Die TW lag immer bei uns zuhause rum. Als ich nach der Schule mit dem Modedesign-Studium anfing, habe ich alles gelesen, was ich zwischen die Finger bekam, also natürlich auch die TW.


Warum lesen Sie die TW?

Mich haben immer beide Seiten der Mode interessiert, sowohl der kreative Part als auch der wirtschaftliche Aspekt. Und die TW bietet eine gute Mischung aus Information und Inspiration. Mich interessieren die Entwicklungen im Markt, im Handel, in den Unternehmen und Gespräche mit spannenden Persönlichkeiten. Gleichzeitig finde ich aber auch kreativen Input zum Beispiel über die Zusammenfassungen der internationalen Designerschauen.

Gibt es einen Artikel, der Ihnen in besonderer Erinnerung geblieben ist?
Ja, mein absoluter Favorit ist ein Artikel über Zara vor einigen Jahren. Da wurde zum ersten Mal über mehrere Seiten ein tiefer Blick hinter die Kulissen gewährt. Ich war begeistert und habe die Autorin Silke Emig direkt angerufen und ihr zu dem tollen Artikel gratuliert.

Wann und in welchem Zusammenhang standen Sie zum ersten Mal selbst in der TW?
Das muss ungefähr 30 Jahre her sein. Damals habe ich mich nach meinem ersten Job bei Strenesse mit einer Freundin selbstständig gemacht. Wir haben andere Firmen beraten, aber auch unsere eigene Kollektion „Einmalig“ gemacht. Aus dem Anlass wurde damals über uns in der TW berichtet, auf einer ganzen Seite, ich war sehr stolz.

Wie, wo und wann lesen Sie üblicherweise die TW?
Weil mir Nachhaltigkeit sehr wichtig ist, lese ich sie mittlerweile ausschließlich digital und immer dort, wo ich gerade bin. Das E-Paper meistens auf dem iPad, den Newsletter oft auf dem iPhone. Ich bin so neugierig, dass ich das E-Paper eigentlich immer sofort nach dem Erscheinen am Mittwochabend lese, spätestens aber am Wochenende.

Was lesen Sie zuerst?
Ich lese alles, die ganze Ausgabe, von vorne bis hinten. Ich bin wirklich ein Hardcore-Fan. (lacht)



Welche Themen interessieren Sie besonders, welche eher nicht?
Als Produkt- und Marketing-Verantwortliche interessieren mich natürlich die Fashion-Themen sehr. In meiner Rolle im Vorstand von Marc O’Polo möchte ich aber auch wissen, was wirtschaftlich relevant ist und welche Personalien passiert sind. Außerdem ist für mich der Bereich Nachhaltigkeit wichtig, wo die TW zuletzt deutlich Fahrt aufgenommen hat.


Was fehlt Ihnen?
Ich fände es toll, wenn die TW öfter mal über den deutschen Tellerrand blicken würde, in Richtung internationale Messen, Unternehmen und Luxuskonzerne. Seit einiger Zeit gibt es zwar mehr Berichte über digitale Themen, aber ich wünsche mir mehr Beiträge über das internationale Online-Business und das globale Online-Business.

Wie haben Sie die Inhalte der TW während der Lockdowns empfunden?
Grundsätzlich fand ich es gut, während dieser schwierigen Zeit viel aus der Sicht des Einzelhandels zu berichten. Meiner Meinung nach ist aber in dem Zusammenhang oft die Perspektive der Industrie zu kurz gekommen. Hier hätten mich mehr Details interessiert, wie man in den verschiedenen Bereichen zum Beispiel im Design und der Produktion mit den Herausforderungen umgeht.

Ist Ihnen die TW kritisch genug?
Für mich geht es vor allem um die Weitergabe von Informationen. Sachlich und objektiv. Ich möchte von Ihnen über Nachrichten und Entwicklungen auf dem Laufenden gehalten werden, das sollte aber nicht subjektiv sein. Das ist eher die Aufgabe des Kommentars, den ich jede Woche gerne lese. Interessant finde ich es, wenn Externe nach ihrer Meinung befragt werden, wie zum Beispiel neulich im Fall Hugo Boss. Das war sehr spannend.

Was schätzen Sie an der TW?
Neben den regelmäßigen Informationen und der Inspiration, schätze ich den persönlichen Austausch mit den Redakteuren. Eine tolle Plattform ist auch das jährliche TW-Forum. Dort – und übrigens auch auf dem TW-Titel – würde ich mir allerdings eine höhere Frauenquote wünschen. Aber um mehr Frauen in Führungspositionen zu sehen, muss sich natürlich zunächst auch die Branche etwas verändern.

Welche Medien verfolgen Sie außerdem?
Ich lese grundsätzlich sehr viel, natürlich Modezeitschriften wie die Vogue, aber auch das Manager Magazin zum Beispiel. Außerdem folge ich einigen Fashion Blogs skandinavischer Influencer wie Tineandreaa oder Jeanettemadsen aus Kopenhagen, aber auch Mija_Mija oder speziellen außergewöhnlichen Brands wie Nick Fouquet aus Los Angeles, der die coolsten Hüte macht. Ich bin ein großer Podcast-Fan und wünsche mir auch von der TW einen Podcast.

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