Luxusmode-Konzern legt Quartalsbilanz vor

Gucci-Umsatz rutscht um 23% nach unten

Anna Lenz / Selfridges

Die Coronavirus-Krise beschert der Luxusindustrie das härteste Jahr seit Dekaden. Nachdem LVMH ein Umsatzminus von 17% ausgewiesen hat, folgt nun Kering mit einem Minus von 16%. Besonders hart getroffen hat es die Top-Brand Gucci. Lichtblick ist hingegen Bottega Veneta.

Die Covid-19-Pandemie hat den Luxuskonzern Kering stark getroffen. Die Pariser Holding, der die Marken Gucci, Saint Laurent und Bottega Veneta gehören, verzeichnete im ersten Quartal 2020 einen Umsatzrutsch von wechselkursbereinigt 16% auf 3,2 Mrd. Euro.


Besonders erwischt hat es die Top-Brand Gucci. Die Luxusmode-Marke büßte in den ersten drei Monaten des Jahres 23% ein. Der Umsatz rutschte auf 1,8 Mrd. Euro ab. Saint Laurent musste einen Rückgang um knapp 14% auf 435 Mio. Euro hinnehmen.

Lichtblick war Bottega Veneta. Dank des Booms, den der neue Kreativdirektor Daniel Lee entfacht hat, legte die Marke um knapp 9% auf 274 Mio. Euro zu.

„Die Covid-19-Pandemie hat unserem Geschäft erhebliche Einbußen beschert“, sagt Kering-CEO François-Henri Pinault. Alle Kering-Marken würden hart daran arbeiten, den Betrieb aufrechtzuerhalten. „Unsere Top-Priorität ist es, die Kosten zu kürzen und das Geld in der Kasse zu halten“, erklärt der Konzernchef. „Ich zähle darauf, dass wir alle diese Periode der Unsicherheit in Top-Form hinter uns lassen werden.“

Die Zahlen von Kering folgen auf die von LVMH. Der weltgrößte Luxusmode-Konzern verzeichnete im ersten Quartal einen Rückgang des organischen Umsatzes um 17% auf 10,6 Mrd. Euro. Dabei zeigte sich die Sparte Mode und Lederwaren mit Top-Brands wie Louis Vuitton, Christian Dior und Fendi mit einem Minus von 10% auf 4,6 Mrd. Euro vergleichsweise resistent.

Der Luxusindustrie steht wegen der Coronavirus-Krise das schwierigste Jahr seit Dekaden bevor. Die Beratungsgesellschaft Bain & Co. prognostiziert ein Umsatzrutsch von bis zu 35%. Die US-Investmentbank Goldman Sachs geht von einem Minus von 30% aus. Moncler wird am Mittwoch, Hermès am Donnerstag Zahlen für das erste Quartal vorlegen.

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