Quartalsbilanz

LVMH-Umsatz fällt um 17%

Louis Vuitton
Leuchtet: Pop-up von Louis Vuitton in Chicago
Leuchtet: Pop-up von Louis Vuitton in Chicago

Die Luxusbranche durchlebt das schwierigste Jahr seit Dekaden. Den Auftakt in die Quartalssaison macht LVMH. In den ersten drei Monaten schrumpfte der Umsatz zweistellig. Allerdings schlug sich die Fashion-Sparte vergleichsweise wacker. Die Dividende wird gekürzt.

Der weltgrößte Luxuskonzern wartet mit den ersten harten Zahlen auf, wie sich die Covid-19-Pandemie auf das Top-Genre auswirkt. Wegen des Coronavirus fiel der bereinigte Umsatz der LVMH-Gruppe im ersten Quartal um 17% auf 10,6 Mrd. Euro.


Dabei zeigte sich die Sparte Mode und Lederwaren mit Top-Brands wie Louis Vuitton, Christian Dior und Fendi vergleichsweise resistent und verzeichnet einen Rückgang um nur 10% auf 4,6 Mrd. Euro. Die anderen Sparten des Konzerns, beispielsweise Kosmetik, Spirituosen und Uhren, mussten ein Minus von respektive 19%, 14% und 26% hinnehmen.

Die Ergebnisse von LVMH geben einen Hinweis darauf, wie hart 2020 für die Luxusbranche werden könnte. Der Industrie steht das schwierigste Jahr seit Dekaden bevor. Die Beratungsgesellschaft Bain & Co. sagt ein Umsatzrutsch von bis zu 35% vorher. Die US-Investmentbank Goldman Sachs geht von einem Minus von 30% aus. Die nächsten Anhaltspunkte geben Kering und Moncler nächste Woche.

Dabei dürfte sich LVMH besser schlagen als der Durchschnitt. „Unsere Gruppe hat bewiesen, wie widerstandsfähig sie in Zeiten dieser weltweiten Herausforderung ist. Unsere Teams haben ihre Exzellenz, Kreativität und Agilität unterstrichen. Das wird es uns erlauben, die Krise nicht nur zu überstehen, sondern stärker aus ihr hervorzugehen“, sagte LVMH-Präsident Bernard Arnault.

Angesichts des Umsatzrutsches müssen die Aktionäre Top-Management Verzicht leisten. Die Dividende wird um 30% auf 4,80 Euro je Aktie gekürzt. Da bereits im Dezember eine Interimdividende ausgezahlt worden sind, werden damit Anfang Juli nur noch 2,60 Euro je Aktie fällig. Die Hauptversammlung wird darüber am 30. Juni abstimmen.

Auch das Top-Management übt sich in Bescheidenheit. LVMH-Chef Arnault verzichtet für die Monate April und Mai auf das Gehalt. Zudem wird es für ihn keinen Bonus für das Geschäftsjahr 2020 geben. Zudem haben alle Aufsichtsratsmitglieder eingewilligt, dass ihr Entgelt für die Teilnahme an jeder  Sitzung um 30% gekürzt wird.

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