Quartalszahlen

Covid-19-Pandemie stoppt Erfolgsserie von Brunello Cucinelli

Braun
Brunello Cucinelli, hier im Juli 2019 zu Besuch bei Braun in Hamburg, hat seit Jahren einen Lauf und blickt optimistisch in die Zukunft.
Brunello Cucinelli, hier im Juli 2019 zu Besuch bei Braun in Hamburg, hat seit Jahren einen Lauf und blickt optimistisch in die Zukunft.

Das Kaschmirlabel Brunello Cucinelli ist mit einem kleinen Umsatzminus ins Jahr gestartet. Um sich für die Krise zu wappnen, wird erst einmal die versprochene Dividende zurückgehalten. Der Gründer und Firmenchef bleibt dennoch Optimist. Die Finanzkrise 2008 sei einschneidender gewesen, findet er.

Die Luxusmarke Brunello Cucinelli kann sich den Folgen der Covid-19-Pandemie nicht entziehen. Hatte das Kaschmirlabel in den vergangenen Jahren stetig von Quartal zu Quartal zugelegt, so geht es jetzt wegen der Coronavirus-Krise abwärts. In den ersten drei Monaten des Jahres schrumpfte der Umsatz wechselkursbereinigt um knapp 3% auf 157 Mio. Euro. Die Zahlen sind noch vorläufig. Am 7. Mai werden die endgültigen vorgelegt.


Um sich für die Krise zu wappnen, vollzieht Brunello Cucinelli bei der Dividende eine Kehrtwende. Hatte die Luxusmarke am 11. März noch eine Dividende von 0,35 Cent je Aktie ankündigt, was einer Ausschüttungsquote von 45% des Gewinns entsprochen hätte, so wird die Zahlung jetzt ausgesetzt. „Wir werden im letzten Quartal des Jahres entscheiden, ob wir sie zahlen oder nicht. Das hängt davon ab, inwiefern die globale Wirtschaft dann wieder im Gleichgewicht ist und der Ausblick für 2021 positiv ist“, sagte Präsident und CEO Brunello Cucinelli.

Nichtsdestotrotz bleibt der Unternehmer  optimistisch. Nach wie vor hält er an seiner Aussage fest, dass die Finanzkrise 2008 ein härterer Einschnitt für die Wirtschaft gewesen sei. „Wir sind der Meinung, dass die heutigen Bedingungen in entschiedener Weise temporärer Natur sind. Das ist ein großer Unterschied im Vergleich zu 2008. Das war ein Jahr, indem ein struktureller Abschwung stattfand. Damals fehlte es auch an einer Zukunftsvision.“

Cucinelli bei Braun in Hamburg: Besuch aus Solomeo im Sommer 2019

Die Zahlen von Brunello Cucinelli dürften sich in den kommenden Monaten verschlechtern. Denn die Ergebnisse des ersten Quartals spiegeln vor allem die Covid-19-Krise in China und, nur partiell, in Italien wieder. Zudem ist März der traditionell schwächste Monat für das Label. Da die Pandemie inzwischen ganz Europa und die USA erfasst hat, wird das Umsatzminus für das erste Halbjahr 2020 markanter ausfallen. Entscheidend ist das zweite Halbjahr, wenn die Herbstsaison beginnt. Das ist für das Kaschmirlabel die wichtigste Phase.

Getreu seines Ansatzes, modernes Unternehmertum mit Erkenntnissen der Philosophie und des Humanismus zu verbinden, hat Brunello Cucinelli einen kurzen Brief an Investoren verfasst. Mit poetischen Worten entwirft er darin ein Zukunftsszenario. Die Zeit des Exzesses weiche einer Ära der Moderation, schreibt der Firmeninhaber: „Die neue Zeit ist eine Chance. Wir müssen uns nach den Regeln der Schöpfung richten. Das heißt: keine Verschwendung, Respekt der menschlichen Würde und der fairen Arbeit.“

stats