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Rückblick 2019

Das waren die größten Mode-Debakel des Jahres

Der „Coolest Monkey in the Jungle”-Pullover und das zugehörige Werbefoto von H&M aus dem Jahr 2018, die einen riesigen Aufschrei erzeugten, sind unvergessen. Doch auch ein Jahr später tappten diverse Modeunternehmen noch mit ihren Modeartikeln ins Fettnäpfchen – und das in Zeiten, in denen die Menschen und Social-Media-User wohl so sensibel reagieren wie nie zuvor. Das waren die größten Fehltritte des Jahres.

Blackface-Skandal bei Gucci und Prada

Blackface Pullover von Gucci
Gucci
Blackface Pullover von Gucci
Anfang des Jahres zog die erfolgsverwöhnte Luxusmarke Gucci einen schwarzen Pullover mit rotem Mundausschnitt aus dem Verkauf, der an eine Maskerade aus den Minstrel-Shows des 19. Jahrhunderts erinnerte. Der Pullover hatte für Empörung in der afroamerikanischen Community gesorgt – der Vorwurf: Blackfacing. Die Ursprünge des Blackfacing reichen ins 18. und 19. Jahrhundert zurück. In den Minstrel-Shows schminkten sich weiße Schauspieler schwarz und karikierten Afroamerikaner, häufig als fröhliche, singende und naive Sklaven. Dieses Blackfacing ist heute als rassistisch verpönt.

Auch Prada sorgte mit Fantasie-Figuren, die unter anderem als Taschen-Anhänger dienten, für einen Aufschrei in dieser Zielgruppe. Nach den Skandalen trafen beide Luxusmode-Marken Vorkehrungen, damit sich das nicht wiederholt – und stärken die Sensibilität für kulturelle Vielfalt. So hat Gucci-Mutter Kering beispielsweise seine erste Diversity-Beauftragte ernannt.

Burberry und der Hoodie-Skandal

London Fashion Week: Burberry H/W 2019/20

Burberry setzte sich kurz nach Prada und Gucci ebenfalls in die Nesseln. Hier löste die Catwalk-Show von Kreativdirektor Riccardo Tisci eine Kontroverse aus. Der Italiener zeigte in seiner H/W-Schau auf der Londoner Fashion-Week einen Kapuzen-Pullover, um dessen Kragen eine Schlaufe baumelte, die an einen Galgenstrick erinnerte. Das Model Liz Kennedy weigerte sich, den Sweater anzuziehen. Sie kritisierte die Brand in einem Beitrag auf Instagram dafür, fahrlässig mit dem Sujet des Selbstmords zu spielen. Sowohl Tisci als auch Gobbetti entschuldigten sich daraufhin. Burberry gelobte Besserung im Umgang mit sensiblen Themen.

Walmart und der koksende Schneemann

Der ungewöhnliche Weihnachtspullover von Walmart



Der "Let it snow"-Weihnachtspullover von Walmart hätte wohl kaum für einen Aufschrei gesorgt – wären da nicht die drei weißen Linien auf dem Tisch vor dem Schneemann und das dünne Röhrchen in seiner Hand. Der Schnee auf dem Pullover soll nämlich kein gefrorenes Wasser darstellen – sondern Kokain. „Der beste Schnee kommt direkt aus Südamerika”, soll es in der Artikelbeschreibung auf der kanadischen Website des US-Einzelhandelkonzerns geheißen haben. Nach Angaben von Walmart soll der Pullover von einem Drittanbieter verkauft worden sein – und wurde nach Bekanntwerden aus dem Sortiment genommen.

Kim Kardashian: Skims statt Kimono

So verkündet Kim Kardashian den Launch von "Kimono"



Auch Reality-TV-Star Kim Kardashian musste sich mit Vorwürfen auseinandersetzen. "Kimono" sollte ihre Shapewear-Marke urprünglich heißen. Doch kurz nach der Ankündigung brach ein Shitstorm über den US-amerikanischen Reality-Star herein. Japanerinnen warfen der Prominenten unter dem Hashtag #KimOhNo kulturelle Aneignung vor. Die Shaping-Teile hätten mit dem traditionellen japanischen Kleidungsstück nichts gemeinsam. Auch Kardashian reagierte und korrigiert den Namen für die Bauch-weg-Hosen, Bodies und Co auf "Skims".

Versace und Coach: Ärger in China

Dieses Versace-Shirt wurde massiv kritisiert

Die Luxusmarken Versace und Coach sahen sich im Sommer zu einer Entschuldigung gezwungen. Sie standen für China-kritische Botschaften auf T-Shirts in der Kritik, die zahlreiche chinesische Online-Nutzer verärgert hatten. Auslöser waren in beiden Fällen Motive, die Hongkong und Macau als unabhängige Staaten zeigen und nicht als chinesische Sonderverwaltungszonen. Die Furore im Netz war vor dem Hintergrund der Peking-kritischen Massenproteste in Hongkong ausgebrochen.
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