Reaktion auf Covid-19-Krise

Vogue: Ganz in Weiß

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Titel der April-Ausgabe: ohne Worte, ohne Bilder
Titel der April-Ausgabe: ohne Worte, ohne Bilder

Italien ist durch die Covid-19-Pandemie besonders hart getroffen. Die italienische Vogue zieht daraus die Konsequenzen. Die Titelseite ihrer Aprilausgabe ist komplett weiß. Zum ersten Mal überhaupt. Der Chefredakteur spricht von einem Zeichen des Respekts.

Das erste Mal in ihrer Geschichte verzichtet die italienische Vogue auf ein Bild auf ihrer Titelseite – und wartet für ihre April-Ausgabe mit einem komplett weißen Cover auf. Das Modemagazin reagiert damit auf die Covid-19-Pandemie, die Italien besonders hart getroffen hat.


„Die Farbe Weiß ist zuallererst ein Ausdruck des Respekts“, schreibt Vogue-Chefredakteur Emanuele Farneti in seinem Vorwort. „Weiß steht für Wiedergeburt, für das Licht nach dem Dunkel.“ Weiß sei die Farbe der Ärzte, Krankenschwestern und Sanitäter. „Es ist die Farbe derjenigen, die ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen, um andere zu retten.“ Weiß sei auch die Farbe, die nach dem Börsensturz im Jahr 1929 bestimmend gewesen sei. „Sie drückte Reinheit aus. Und die Hoffnung in die Zukunft.“

Vogue-Chefredakteur Emanuele Farneti
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Vogue-Chefredakteur Emanuele Farneti
Die Vogue-Redaktion stellte binnen kurzer Zeit die Inhalte um. Sie fragte 40 Künstler, Fotografen und Designer an. Mitgewirkt haben Steven Klein, David Sims, Mert Alas, Marcus Piggott, Joe McKenna, Bella and Gigi Hadid, Collier Schorr, Glen Luchford, Paolo Roversi, Petra Collins, Willy Vanderperre, Olivier Rizzo und Lindsey Wixson. Sie nahmen Bilder von sich und ihrer Familie auf.

Auch Kreativdirektoren der großen Modehäuser sind mit von der Partie. Maria Grazia Chiuri von Christian Dior, Miuccia Prada, Pierpaolo Piccioli von Valentino, Alessandro Michele von Gucci, Michael Kors, Stella McCartney, Alessandro Dell’Acqua und Jeremy Scott von Moschino fertigten Zeichnungen auf. Michele und Piccioli erzählten, wie sie von zu Hause an den Kollektionen arbeiten.

Alle seien gebeten worden, die Einschränkungen im täglichen Leben und in ihrer künstlerischen Arbeit zum Ausdruck kommen zu lassen, schreibt Ferdinando Verderi, Kreativdirektor der Vogue: „Die Bilder, die wir erhalten haben, drücken eine möglichst breite Palette an Gefühlen aus. Sie fügen sich zu einer bildlichen Erzählung der Zeiten, die wir durchleben. Sie dokumentieren auch die Anstrengungen einer Gemeinschaft, die aus der Ferne heraus zusammenarbeiten.“

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