Statements auf Social Media

Unruhen in den USA: Brands und Händler zeigen sich solidarisch

Nike

#Blacklivesmatter - unter diesem Hashtag gibt es derzeit 13.585.366 Beiträge bei Instagram. Darunter finden sich auch viele Posts von Modemarken und Händlern, die über dieses und andere Soziale Medien Flagge zeigen gegen Rassismus und sich mit den Protesten in den USA solidarisieren. Die TextilWirtschaft zeigt einige Beispiele, die auf Instagram, Twitter und LinkedIn gepostet wurden.

Nach dem gewaltsamen Tod eines Afroamerikaners nach einem Polizeieinsatz in der US-amerikanischen Stadt Minneapolis vor einer Woche verschärfen sich täglich die Proteste gegen Polizeigewalt und Rassendiskriminierung: Über das Land verteilt wird von Massendemonstrationen, brennenden Autos, Ladenplünderungen berichtet. Auch Unternehmen und Modemarken zeigen nun Flagge und beziehen in den Sozialen Medien eindeutig Stellung und unterstützen so die Proteste der Bevölkerung. Die Unruhen und ihr Hintergrund lassen sogar Rivalen vorrübergehend ihre Konkurrenz vergessen, wie Adidas und Nike. Nike hatte Ende Mai ein Video mit dem Titel "Don't do it" in Anlehnung an den Werbespruch "Just do it" gepostet und mit dem Satz "Let's all be part of the change" zu Solidarität aufgerufen. Dieses Video hat Adidas geteilt mit den Worten: "Gemeinsam kommen wir voran. Gemeinsam können wir Veränderungen herbeiführen." 

Gemeinsame Sache: Adidas teilt Nike-Content gegen Rassendiskriminierung

 

Auch die Briten The Jackson Boutique plädieren für Solidarität. 

The Jacksons Boutique auf Instagram



Sehr emotional und persönlich betroffen schreibt der US-Amerikaner Jide Zeitlin, seit September CEO von Coach und Kate Spade Mutterunternehmen Tapestry, auf LinkedIn über die Geschehnisse: "Ich habe mich mehrmals hingesetzt, um diesen Brief zu schreiben, aber jedes Mal habe ich aufgehört. Mir liefen die Tränen in die Augen. Das ist persönlich". So lesen sich die ersten Sätze von Zeitlin, der einer der wenigen Vorstandsvorsitzenden in einem US-Unternehmen mit afroamerikanischen Wurzeln ist. Für die Proteste, die teilweise mit Plünderungen und Zerstörungen von Läden einhergehen, hat er Veständnis.

So schreibt er weiter: "
An diesem Wochenende erhielt ich Berichte über Geschäfte in den Vereinigten Staaten. Unsere Läden, die von Demonstranten beschädigt wurden. Bellevue. Charleston. Charleston. New York City. San Francisco. Scottsdale. Washington DC... Mein erster Gedanke galt unserem Volk. Glücklicherweise sind alle unsere Teams in Sicherheit.

Dann dachte ich an diejenigen, die unsere Fenster eingeschlagen und Handtaschen, Schuhe und Kleider mitgenommen hatten. Was ging ihnen durch den Kopf, während sie handelten? Hat Ihnen unsere Gesellschaft keine Möglichkeit andere Wahl gelassen um uns an den Verhandlungstisch zu zwingen? Wir können unsere Fenster und Handtaschen ersetzen, aber wir können George Floyd, Ahmaud Arbery, Breonna Taylor, Eric Garner, Trayvon Martin, Emmett Till und zu viele andere nicht zurückholen. Each of these black lives matter."

Coach-CEO Jide Zeitlin auf Linkedin

Persönlich betroffen ist auch Charis Márquez, VP of Sales and Executive Sponsor of Levi's Black Employee Resource Group der auf der Levi's Website einen Aufsatz unter dem Titel "Warum nicht rassistisch zu sein nicht genug ist" veröffentlicht hat.

Levi's auf Linkedin

Darin heißt es: "Die unverhältnismäßig hohe Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19 für schwarze und braune Gemeinschaften, die Fortsetzung der Polizeibrutalität und andere Gewalt gegen schwarze Amerikaner, nur weil sie schwarz sind, sind einfach zu viel. Jedes Mal, wenn ein weiterer Vorfall von rassistisch motivierter Gewalt stattfindet, zerbricht er uns. Für schwarze Amerikaner fühlt sich ein Angriff auf einen von uns wie ein Angriff auf uns alle an. Wir trauern, und der Rest der Welt ist nicht einmal bereit, sich zu melden, um zu sehen, ob es uns gut geht. Und uns geht es nicht gut."

 
Brian Cornell Chairman and CEO von Target Corporation ist ebenfalls persönlich betroffen, da das Unternehmen seinen Sitz in Minneapolis hat. Er schreibt: "Wir sind eine Gemeinschaft im Schmerz. Dieser Schmerz ist nicht nur in den Partnerstädten zu spüren - er erstreckt sich über ganz Amerika. Der Mord an George Floyd hat den aufgestauten Schmerz von Jahren entfesselt, ebenso wie die Morde an Ahmaud Arbery und Breonna Taylor. Wir sagen ihre Namen und tragen eine zu lange Liste von anderen in unserem Herzen. Als Team von Target haben wir uns zusammengekauert, wir haben uns getröstet, wir haben schreckliche Szenen miterlebt, die dem ähneln, was sich jetzt abspielt, und wir haben geweint, dass sich nicht genug ändert. Und als Team haben wir geschworen, dem Schmerz mit Absicht entgegenzutreten." Über mögliche Plünderungen oder Vorsichtsmaßnahmen, um diese zu verhindern, sagt er nichts.

Auch die großen US-Händler und Filialisten zeigen Flagge gegen Rassismus und für Solidarität und Veränderung. So positionieren sich beispielsweise Macy's, Nordstrom und Neiman Marcus aus Instagram: 

Macy's via Instagram



Nordstrom via Instagram



Neiman Marcus auf Instagram

Star-Designer Virgil Abloh, kreativer Kopf seiner Marke Off-White und Chefdesigner der Menswear bei Louis Vuitton, sah sich unterdessen auf Instagram zu einer ausführlichen Rechtfertigung genötig, nachdem er 50 Dollar gespendet hatte und dafür zunächst Gegenwind aus der Community erfuhr.

Virgil Abloh auf Instagram

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Marken positionieren sich zu den politischen Unruhen in den USA

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