Restart-Protokoll von Kauf Dich Glücklich-Geschäftsführer Christoph Munier

Tag Fünf bei Kauf Dich Glücklich: "Wir werden es schaffen"

Kauf Dich Glücklich
Vor dem Wochenende werden in allen Kauf Dich Glücklich-Filialen nochmal die lokalen Regulierungen gecheckt.
Vor dem Wochenende werden in allen Kauf Dich Glücklich-Filialen nochmal die lokalen Regulierungen gecheckt.

Christoph Munier, der gemeinsam mit Andrea Dahmen den überregionalen Filialisten Kauf Dich Glücklich Betreibt, berichtet an dieser Stelle jeden Tag über die Stimmung in den Läden, unter Mitarbeitern und Kunden zur Wiedereröffnung nach dem Lockdown.


TextilWirtschaft: Die erste Restart-Woche ist fast um. Wie ist das Fazit?
Christoph Munier: Wir werden es schaffen. Alle Filialen drehen langsam nach oben. Die, die noch nicht so gut laufen wie Stuttgart, füttern wir mit durch. Münster geht gerade sogar richtig ab, da hat es gestern noch mehr gebrummt als in Frankfurt.

Wer kommt da eigentlich vor allem?
Ganz klar, die Early Adopter. Frauen, die sich jetzt gern ein neues Sommerkleid kaufen wollen, die wieder Lust haben auf Trends, auf Mode. Die greifen auch richtig zu Farbe, knalligen Teilen in Blutorange und Grün in allen Schattierungen. Die Männer, die unterwegs sind, sind noch eher Bedarfskäufer. Und es gibt noch viele Ängstliche, die doch lieber Online kaufen. Da boomt es nach wie vor.

Wie ist die Stimmung unter den Mitarbeitern?
Auch da gibt es Ängstliche, die lieber noch auf Kurzarbeit bleiben oder hinten im Lager arbeiten. Wir nehmen da natürlich viel Rücksicht. Aber die meisten, vor allem die Storeleiter sind hoch motiviert und haben nach den vier Wochen zu Hause wieder richtig Bock auf den Kundenkontakt und die neuen Kollektionen.

Wieviel verkaufen Sie zu regulären Preisen?
Den Großteil. Natürlich läuft auch seit Anfang an der Midseason-Sale, aber die Kunden sind auch bereit, normale Preise zu bezahlen. Deshalb versuchen wir die Rabattierungen in Grenzen zu halten.

Was läuft am besten?
Unsere eigene Kollektion. Kleider, Tops, Sandalen, auch Schmuck gehen richtig gut und bringen inzwischen fast ein Drittel des Gesamtumsatzes.

Wie läuft da eigentlich die Produktion in Südeuropa?
Wir produzieren ja vor allem in Portugal und Spanien. Und eigentlich war es ganz okay, dass in Spanien jetzt die Fabriken geschlossen sind. Wir haben ja insgesamt die Produktion um 10% reduziert und fahren auf Sicht. Man weiß ja nicht, was kommt. Da sind wir mit der Eigenmarke gut dran, weil sehr viel flexibler.

Wie hoch ist der Warendruck insgesamt?
Die Lager sind natürlich gut gefüllt und in den nächsten Tagen erwarten wir weitere unglaubliche Warenmengen. Wir haben ja während der Schließung alles nach hinten geschoben,einschließlich der Zahlungsziele. Da kommen jetzt auch viele Rechnungen.

Haben Sie eigentlich bislang irgendwelche Fördermittel bekommen?
Nein, für unsere Größe gibt es nichts. Auch das Kurzarbeitergeld strecken wir noch immer vor.

Trotzdem sind Sie ziemlich entspannt.
Wir rechnen jetzt mit den günstigen Extra-Krediten. Mindestens 1 Mio. Euro brauchen wir bestimmt. Es ist gut, dass wir jetzt wieder öffnen und Geld verdienen können. Wir versuchen generell, optimistisch zu bleiben. Insgesamt hat es den Einzelhandel ja nicht so schlimm getroffen, wie die Gastronomie- oder Reisebranche zum Beispiel. Und vielleicht ist es gar nicht so schlecht, dass die Leute nicht mehr so weit weg reisen können. Dann haben wir mehr europäisches Publikum in unseren Läden.

Inwieweit bereiten Sie sich aufs Wochenende vor?
Wir haben jetzt alle individuellen Länderregeln und Rechtsverordnungen nochmal gecheckt und die Storemanager gebrieft. Da gibt es ja zum Teil riesige Unterschiede in den Richtwerten. Wir haben Desinfektionsmittel und Masken verteilt.

Gab es eigentlich schon Kontrollen?
Bislang noch nicht. Alle verhalten sich aber auch sehr diszipliniert und verständnisvoll. Wir feiern ja keine großen Partys.
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