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Ein Haus im steten Wandel

Richard Engelhorns Lebenswerk

„Für mich ist die Bereitschaft zum Wandel eines der wichtigsten Merkmale von Engelhorn“, sagte Richard Engelhorn anlässlich des 125-jährigen Firmenjubiläum 2015 im Gespräch mit der TW. „Wir hatten zu jeder Zeit eine klare unternehmerische Vision vor Augen, die wir Schritt für Schritt umgesetzt haben.“

Mit dieser Maxime entwickelte Richard Engelhorn das Mannheimer Modehaus über Jahrzehnte zu einem der Leuchttürme der Branche. Jetzt ist der Visionär im Alter von 80 Jahren verstorben. „Unser Unternehmen ist sein Lebenswerk“, sagt sein Sohn Fabian Engelhorn.

Richard Engelhorns Lebenswerk: Immer im Wandel


Seine Laufbahn begann Richard Engelhorn bei P&C in Frankfurt, später arbeitete er auch bei P&C in Hamburg. Irgendwann soll er auch  damit geliebäugelt, sich als Konfektionär selbständig zu machen,  schreibt der ehemalige TW-Chefredakteur Peter Paul Polte 2007 anlässlich der Verleihung des Forumspreises. Geklappt habe das nicht und so trat Richard Engelhorn mit 30 Jahren 1968 in das Familienunternehmen ein. 

„Richard, du hast Glanz in die Hütte gebracht”

Zeitgleich mit seinem Bruder Hans und seinem Cousin Peter. „Für mich”, erinnerte sich Richard Engelhorn 2008 auf einer Feier zu seinem 70. Geburtstag und 40-jährigem Dienstjubiläum, „blieb damals nur der Bereich Organisation. Scheinbar trocken. In Wirklichkeit hatte ich den besten Überblick über das Unternehmen.”

Was dann 40 Jahre lang geschah brachte sein Bruder Hans bei besagter Jubiläumsfeier auf den Punkt:  „Richard, du hast Glanz in die Hütte gebracht.” Richard Engelhorn sagte auf der Feier: „Als Hans, Peter und ich zusammen anfingen, da haben wir uns geschworen, alles gemeinsam zu entscheiden. Das hat immer geklappt. Für mich war es schwer, Demokratie zu lernen, denn eigentlich bin ich ein Despot. Ich unterdrücke es nur manchmal.”

Mit Erfolg. Unbestritten stellte Richard Engelhorn immer wieder die entscheidenden Weichen für den Erfolg des Mannheimer Platzhirschen. Mit der Verteilung des Sortiments auf Strumpf- und Wäschehaus sowie ab 1981 der Eröffnung des Sporthauses. Mit dem kontinuierlichen Ausbau des gastronomischen Angebots von einer Kaffeebar in den 1970er Jahren bis hin zu heute zwei Bars und Restaurants mit Sterneküche. 

Access und Trading Up

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Engelhorn war zudem sicherlich die Konzentration auf den Standort Mannheim. Projekte außerhalb der Stadtgrenzen hatten manchmal mit Startschwierigkeiten zu kämpfen. Wie etwa die 2002 in Viernheim eröffnetet Active Town-Filiale. Erst zehn Jahre später wagte man sich mit einem luxuriösen Store im Frankfurter Flughafen noch einmal über die Stadtgrenze hinaus. 


Schließlich hatte man vor Ort genug zu tun. 
2007 eröffnete in unmittelbare Nachbarschaft auf 11.000 m² P&C. Engelhorn reagierte: mit dem neuen Accessoires-Konzept Access, mit einem Trading-Up im Haupthaus über die deutliche Erweiterung der Premiumflächen und schließlich einer Modernisierung des Trendhauses. 

Früh wurde die Nachfolge geregelt. So stehen auch heute an der Spitze des Unternehmens wieder drei Männer. Richard Engelhorns Sohn Fabian trat gemeinsam mit Peter Engelhorns Neffe Andreas Hilgenstock 2003 ins Unternehmen ein. 2012 kam Hans Engelhorns Sohn Simon dazu. 

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