Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Tarifeinigung im Einzelhandel - Lohnplus für Beschäftigte

Imago / Cord
Die Tarifverhandlungen waren von zahlreichen Streiks begleitet worden.
Die Tarifverhandlungen waren von zahlreichen Streiks begleitet worden.

Leipzig (dpa) - Die Beschäftigten im Einzel- und Versandhandel in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bekommen schrittweise mehr Geld. Wie die Gewerkschaft Verdi und der Einzelhandelsverband in Mittelsachsen am Montag mitteilten, einigten sich beide Seiten auf einen Tarifabschluss. Die Verhandlungen waren von zahlreichen Warnstreiks begleitet worden.

Löhne und Gehälter werden laut Verdi bis zum Verkäuferinnenendgehalt um 3% zum 1. Oktober 2021 erhöht. Alle Gruppen darüber bekommen 79,98 Euro mehr. Zum 1. Juni 2022 gibt es zudem für alle Beschäftigten ein weiteres Lohnplus von 1,7%. Azubis erhalten jeweils zum 1. September 30 Euro mehr.


Knackpunkt der Tarifverhandlungen waren die unterschiedlichen Entwicklungen in der Branche während der Corona-Pandemie. Während der Lebensmitteleinzelhandel gut durch die Krise gekommen ist, litten andere Händler unter den Schließungen. Die Arbeitgeber hatten daher unterschiedliche Regelungen für die einzelnen Zweige angestrebt.

Nun wurde jedoch ein Tarifabschluss für die gesamte Branche mit rund 280.000 Beschäftigten erzielt. Der Handelsverband kritisierte, dass das Ergebnis "überfordernd" sei für viele Nicht-Lebensmittelhändler. Verdi bemängelte dagegen, dass die Arbeitgeber "auch kleinste Angleichungsschritte an das Westniveau" abgelehnt hätten.


Ende September war, nach sechsmonatigen Verhandlungen, bereits eine Tarifeinigung für den Einzelhandel in Hessen erzielt worden. Auch hier hatte der Handelsverband vor einer Überlastung der Unternehmen gewarnt.
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