"Schlimmer als die globale Finanzkrise"

Luxusindustrie verliert bis zu 35%

Louis Vuitton
Louis Vuitton in New York City
Louis Vuitton in New York City

Die Covid 19-Pandemie lässt Umsätze und Gewinne der Luxusindustrie einbrechen. Die Beratungsgesellschaft Bain & Co. geht davon aus, dass der Branche dieses Jahr 70 Mrd. Euro an Umsatz entgehen. Auch 2021 dürfte die Krise nachwirken.

Der Luxusindustrie droht wegen der Covid-19-Pandemie für das Jahr 2020 ein Umsatzeinbruch von bis zu 35%. Das Minus im ersten Quartal des Jahres liege bei 25 bis 30%, teilte Bain & Co mit. Die Beratungsgesellschaft stellte klar, dass die Prognose mit großen "Unsicherheiten" behaftet sei.


Bain & Co stellt drei Szenarien in Aussicht. Im ersten Szenario verliert die Luxusbranche 15 bis 18% des Umsatzes, im zweiten 22 bis 25% und im dritten 30 bis 35%. "In allen drei Szenarios wird der Gewinn deutlicher zurückgehen als der Umsatz", schreibt Bain & Co. In absoluten Zahlen ausgedrückt entspricht das mittlere Szenario einem Umsatzverlust von 60 Mrd. bis 70 Mrd. Euro.

Auch 2021 werde die Krise nachbeben: "China und andere asiatische Länder könnten sich am schnellsten erholen. Japan, Europa und Nordamerika dürften länger den Effekt spüren", schreiben die Experten. "Nichtsdestotrotz dürfte mittelfristig die Nachfrage der chinesischen Mittelklasse der Branche dabei helfen, wieder zum Wachstum zurückzukehren."

Die Coronavirus-Pandemie werde die Luxusindustrie härter treffen als der Sars-Ausbruch 2002/03 und die globale Finanzkreise, schreiben die Bain-Experten. Die chinesischen Kunden, die in den vergangenen Jahren 90% des Luxuswachstums ausgemacht hätten, litten dieses Mal stärker. Der "Faktor Angst" sei größer. Es drohe eine Rezession der Weltwirtschaft und dementsprechend Arbeitslosigkeit. Nicht zuletzt komme das Reisen erst einmal zum Erliegen, führt Bain & Co aus.

Die Prognose von Bain entspricht in etwa der anderer Analysten. Die Beratungsgesellschaft Boston Consulting Group revidierte ihre Prognose kürzlich nach unten und geht für 2020 von einem Einbruch um 20 bis 25% aus. Die Schweizer Bank UBS nimmt die Chinesen als Kundengruppe in den Blick und stellt einen Rückgang der chinesischen Nachfrage um 15% in Aussicht.

Der Luxusindustrie durchlebt das schwierigste Jahr der letzten Jahrzehnte. Die Branche profitierte lange von der Shopping-Lust der Chinesen und baute auf die jungen Kundengruppen der Millennials und der Generation Z. 2019 dürfte der Sektor laut Bain & Co wechselkursbereinigt um 4% auf 281 Mrd. Euro zugelegt haben.

stats