Schuhanbieter schließt die Werke in Deutschland für zwei Monate

Birkenstock setzt Produktion vorübergehend aus

Birkenstock
Birkenstock setzt die Produktion in Deutschland aus, darunter auch im größten Werk in Görlitz.
Birkenstock setzt die Produktion in Deutschland aus, darunter auch im größten Werk in Görlitz.

Birkenstock schließt zum Monatsbeginn vorübergehend seine deutschen Produktionsbetriebe.

"Da wir die aktuelle Frühjahrs- und Sommerkollektion schon ausgeliefert und mit weiteren zehn Millionen Paar Schuhen im Lager vorgesorgt haben, schließen wir unsere Produktion nun für zwei Monate. Auch zum Schutz unserer unglaublich motivierten Birkenstock-Mitarbeiter, die auch in schwierigen Situationen immer wieder gute und schnelle Lösungen finden", heißt es aus dem Unternehmen.

Durch die notwendigen Anforderungen an den Gesundheitsschutz der Mitarbeiter sowie erhebliche Beeinträchtigungen in der Lieferkette ließen sich Produktionsabläufe derzeit nicht mehr sinnvoll durchführen. "Mit dieser Unterbrechung der Produktion trägt unser Unternehmen seinen Teil zur Eindämmung des Virus bei. In der fertigungsfreien Zeit bereiten wir uns aber intensiv auf eine schnelle Wiederaufnahme des Betriebs vor", sagt Birkenstock-CEO Oliver Reichert. Die aktuelle Kollektion für Frühjar/Sommer sei weitgehend ausgeliefert worden, zudem befänden sich in den Lägern zehn Millionen Paar Schuhe, um den Handel zu unterstützen, sobald die allgemeine Situation dies zulasse und die Stores wieder öffneten, so Reichert weiter.

"Gleichzeitig reagieren wir mit dieser Maßnahme auf die momentanen Schwierigkeiten in unserer Lieferanten- und Logistikkette", ergänzt Markus Benzberg, ebenfalls CEO der Gruppe. Aufgrund des Shutdowns in ganz Europa komme die Versorgung mit Rohstoffen weitestgehend zum Erliegen. Diese beziehe Birkenstock zum Großteil aus Italien und Spanien, die in Europa aktuell am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder. "Darüber hinaus ist an den beiden sächsischen Standorten in Görlitz und Bernstadt für die polnischen und tschechischen Berufspendler in der Belegschaft durch die gegenwärtige Grenzschließung in Polen und Tschechien kein freier Verkehr mehr gegeben", so Bensberg.

Von der Anmeldung zur Kurzarbeit sind die Mitarbeiter der Produktionsgesellschaften in Sachsen, Rheinland-Pfalz und Hessen voraussichtlich für zwei Monate betroffen. Der Konzern stocke dabei das Kurzarbeitergeld nach den mit den Betriebsräten abgeschlossenen Betriebsvereinbarungen deutlich auf, um Nachteile der Mitarbeiter abzufangen. In Abhängigkeit von der verbleibenden Arbeitsbelastung aufgrund der aktuellen Lage könnten auch noch weitere Unternehmensbereiche von Kurzarbeit betroffen sein, wird mitgeteilt. Birkenstock beobachte die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie sehr genau und passe das Vorgehen zielgerichtet an die laufenden Veränderungen an.
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