Schuheinkaufsverbund richtet offenen Brief an die Hersteller

Sabu fordert Kulanz von den Lieferanten

Sabu
Stephan Krug: "Wir brauchen jetzt Ruhe und Besonnenheit, um uns und unsere angeschlossenen Händler wieder neu und professionell aufzustellen."
Stephan Krug: "Wir brauchen jetzt Ruhe und Besonnenheit, um uns und unsere angeschlossenen Händler wieder neu und professionell aufzustellen."

Der Schuheinkaufsverbund Sabu richtet sich in einem offenen Brief an seine Lieferanten und fordert sie zum einheitlichen und partnerschaftlichen Handeln auf.

"Nachdem nun flächendeckend und mittlerweile in fast allen Bundesländern zur weiteren Beschränkung von sozialen Kontakten im öffentlichen Bereich die komplette Schließung der Einzelhandelsgeschäfte – mit wenigen Ausnahmen – bis mindestens 19. April beschlossen wurde, ist es weitestgehend sinnlos, bis zur Wiedereröffnung an die Händler Ware und Rechnungen zu schicken. Wir bitten deshalb alle Sabu-Lieferanten, ab sofort bis Ende April keine weiteren Waren mehr an unsere Händler zu versenden und zu fakturieren", so Stephan Krug, Geschäftsführer des Heilbronner Verbundes.

Darüber hinaus wünscht sich der Sabu folgendes Vorgehen:
  • Die Lieferanten sollen Fragen der Händler beantworten zum aktuellen Auslieferungsstatus der Frühjahr/Sommer-Ware und Rücksprache halten, was hiervon überhaupt und wann noch ausgeliefert werden soll. Sind Einzelfreigaben bzw. Lieferungen auf Händleranforderung während der Zeit der Schließung möglich, wenn dies logistisch machbar und erwünscht ist?  Wie geht es mit der Order für Herbst/Winter weiter? Besteht noch die Möglichkeit für Bestellungen und wenn ja, mit welchem Bestellschluss und wie bzw. auf welchem Weg.
  • Nach Beendigung des Shutdown sollte die Auslieferung der Frühjahr/Sommer-Ware möglichst nach Freigabe durch die Sabu-Händler wieder aufgenommen werden mit einer Valutierung von 30 bis 60 Tagen.
  • Auch die Auslieferung der Aufträge für Herbst/Winter sollen möglichst nach Freigabe erfolgen, ebenfalls mit einer großzügigen Valuta von 30 bis 60 Tagen.
Krug: "Wir brauchen jetzt Ruhe und Besonnenheit, um uns und unsere angeschlossenen Händler wieder neu und professionell aufzustellen. Das Aussetzen der Lieferungen ist kurzfristig die wirkungsvollste Maßnahme zur Zukunftssicherung des stationären, mittelständischen Schuhfachhandels, um eine drohende Zahlungsunfähigkeit zu verhindern. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für ein partnerschaftliches und solidarisches Miteinander. Und lassen Sie uns gemeinsam die Zeit des Shutdown nutzen, um sinnhaft über die Zeit nach der Krise nachzudenken und zu planen."

Der Sabu biete zudem gemeinsam mit der Schwesterbank RSB Retail + Service Bank GmbH eine Saisonfinanzierung sowie die Verschiebung der RSB-Dekadenabrechnung an. In einem Sondernewsletter empfiehlt der Verbund seinen Händlern folgende Maßnahmen:
  • Schöpfen Sie alle bereits bestehenden Kreditrahmen bei Ihren Kreditgebern aus.
  • Beantragen Sie eine möglichst kurzfristige Erhöhung Ihres Kontokorrentrahmens bis zum maximal Machbaren.
  • Nutzen Sie Ihre RSB-Saisonfinanzierung und rufen Sie diese voll ab.
  • Nutzen Sie alle Möglichkeiten bei der RSB, Ihre Dekadenabrechnung aufzuschieben. Sind Sie 3%-Skontozahler, stellen Sie bitte auf 2% Skonto nach 30 Tagen um, oder auf netto 60 Tage. Sind Sie 2% Skontozahler, stellen Sie bitte auf netto um (kein Skontoabzug, 60 Tage Zahlungsziel).
  • Zudem steht Ihnen noch eine Valuta Anfrage bei der RSB zur Verfügung
  • Bei drastischen staatlichen Maßnahmen wie Ladenschließung beantragen Sie schnellstmöglich staatliche Hilfen:

    • Soforthilfe zur Liquiditätssicherung mit Antrag bei Ihrer Hausbank
    • Kurzarbeitergeld  
    • LfA-Bürgschaften (Bayern) oder vergleichbare Angebote der einzelnen Bundesländer (Antrag ebenfalls über Hausbanken)

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