Schutzschirm-Insolvenz

Esprit: 2300 Stellen betroffen

imago images / Schöning
Wegen Corona geschlossen: Auch die Esprit-Filiale in der Schadowstraße in Düsseldorf bleibt derzeit dicht.
Wegen Corona geschlossen: Auch die Esprit-Filiale in der Schadowstraße in Düsseldorf bleibt derzeit dicht.

Von dem Schutzschirmverfahren bei Esprit sind 2.300 Stellen betroffen. Ein Drittel der gesamten Mitarbeiter arbeiten für die sechs deutschen Tochtergesellschaften, die am Freitag in das Schutzschirmverfahren eingetreten sind. Zum Ende des letzten Geschäftsjahres, das am 30. Juni 2019 endete, beschäftigte Esprit ca. 2.300 Mitarbeiter (in Vollzeit) in Deutschland und 6.900 Mitarbeiter (in Vollzeit) weltweit. Wann und wieviele der Stellen in Deutschland abgebaut werden, sei noch offen, sagte eine Sprecherin. Esprit sei gerade dabei, auch seine anderen europäischen Tochtergesellschaften zu bewerten und die Säulen eines soliden Restrukturierungsplans für die gesamte Esprit-Gruppe zu definieren.

Der Schutzschirm eine besondere Verfahrensart des deutschen Insolvenzrechts. Es verbindet die vorläufige Eigenverwaltung mit dem Ziel der frühzeitigen Vorlage eines Insolvenzplans, um so eine Unternehmenssanierung zu erleichtern. Das Verfahren ist mit dem Verfahren nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts vergleichbar.

Sechs Gesellschaften betroffen
Die folgenden Rechtsträger sind von der Einleitung des Schutzschirmverfahrens betroffen: 
  • Esprit Europe GmbH (DEEG)
  • Esprit Europe Services GmbH (DEES)
  • Esprit Retail B.V. & Co. KG (DERB)
  • Esprit Wholesale GmbH (DEWG)
  • Esprit Design & Product Development GmbH (DEPD)
  • Esprit Global Image GmbH (DEEA)
Das Gericht habe Biner Bähr, einen Düsseldorfer Partner der internationalen Anwaltskanzlei White & Case LLP, zum Sachwalter ernannt, um die Restrukturierung der Esprit Europe GmbH und ihrer deutschen Tochtergesellschaften in Eigenverwaltung zu überwachen, hieß es. Darüber hinaus habe der Konzern mit Detlev Specovius, Partner der deutschen Sanierungskanzlei Schultze & Braun, einen ausgewiesenen Experten mit umfangreicher Erfahrung in Eigenverwaltungs-Fällen, zur aktiven Unterstützung des Sanierungsprozesses der betroffenen Tochtergesellschaften bestellt.



Seit Tagen ist die die Aktie des in Hongkong notierten Unternehmens schon vom Handel ausgesetzt. Auf Ersuchen des Mainstream-Konzerns sei der Handel mit den Aktien an der Börse mit Wirkung vom 23. März 2020 um 9:00 Uhr bis zur Veröffentlichung des Schutzschirmantrags eingestellt worden, so die Sprecherin. Das Unternehmen habe bei der Börse aber einen Antrag auf Wiederaufnahme des Aktienhandels mit Wirkung ab 9:00 Uhr am 30. März 2020 gestellt.
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