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Schwere Vorwürfe gegen Amazon

Verdi: „Amazon geht es um Profit, nicht um die Gesundheit der Beschäftigten"

Amazon
 Amazon-Logistikzentrum in Bad Hersfeld
Amazon-Logistikzentrum in Bad Hersfeld

Verdi versus Amazon, nächste Runde. Der Ton verschärft sich. Die Gewerkschaft erhebt schwere Vorwürfe gegen den Online-Giganten.

„Die in einer PR-Aktion angekündigte Erhöhung der Stundenlöhne (Amazon hat in dieser Woche erklärt, bis Ende April zusätzlich zwei Euro brutto pro gearbeiteter Stunde zu bezahlen. Anm. d. Red.) um zwei Euro wird nicht überall und nur als Anwesenheitsprämie bezahlt. Das führt dazu, dass sich Beschäftigte in dieser Corona-Krisenzeit krank zur Arbeit schleppen und damit eine Gesundheitsgefährdung für ihre Kolleginnen und Kollegen darstellen", sagt Orhan Akman, Verdi-Bundesfachgruppenleiter für den Einzel- und Versandhandel.


Zudem prangert Verdi an, dass es bei Amazon selbst unter den jetzigen Bedingungen krankheitsbedingte Kündigungen gebe. „Dieses Vorgehen zeigt den Zynismus eines Unternehmens, bei dem es vornehmlich um Profite, nicht aber um die Gesundheit der Beschäftigten und ihrer Familien geht", so Akman weiter.

„Jeder weiß, dass eine Erkrankung wie Corona keine Grundlage für eine krankheitsbedingte Kündigung wäre", sagt ein Amazon-Sprecher auf Anfrage der TextilWirtschaft. Von Beginn der Krise an habe das Unternehmen proaktive Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ergriffen, darunter eine verstärkte Reinigung in allen Standorten und Maßnahmen um den Abstand am Arbeitsplatz sicherzustellen. Zudem müssten Mitarbeiter, die sich krank fühlen, zu Hause bleiben und ihren Arzt anrufen.


Amazon beschäftigt in Deutschland über 20.000 Menschen, 13.000 davon sind festangestellt. In den USA klagen Mitarbeiter in den Logistikzentren derweil über Stress und schlechte Arbeitsbedingungen in der Coronakrise, berichtet The Guardian. Schutzmasken und -handschuhe würden in den Verteilzentren fehlen. Dabei musste der Online-Gigant bereits sein erstes US-Verteilzentrum vorübergehend schließen, und zwar im New Yorker Stadtteil Queens. Dort wurde ein Mitarbeiter positiv auf den Coronavirus getestet. Vor wenigen Tagen waren auch in einem italienischen und einem spanischen Logistikzentrum des Online-Konzerns Infektionen mit dem Coronavirus festgestellt worden. Die Standorte wurde aber nicht geschlossen, was zu heftigen Protesten der Mitarbeiter führte.
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